Familien-Drama in Helbra

Familien-Drama in Helbra: Mädchen schreit und wehrt sich: Minister kritisiert Einsatz

Halle (Saale) - Sachsen-Anhalts Bildungsminister Marco Tullner (CDU) hat den Polizeieinsatz von Helbra (Kreis Mansfeld-Südharz) kritisiert. „Ich finde das extrem unsensibel“, sagte der Minister der MZ. Er kündigte an, darüber mit Justizministerin Anne-Marie Keding und Innenminister Holger Stahlknecht (beide CDU) zu ...

Von Kai Gauselmann 08.03.2018, 19:00

Sachsen-Anhalts Bildungsminister Marco Tullner (CDU) hat den Polizeieinsatz von Helbra (Kreis Mansfeld-Südharz) kritisiert. „Ich finde das extrem unsensibel“, sagte der Minister der MZ. Er kündigte an, darüber mit Justizministerin Anne-Marie Keding und Innenminister Holger Stahlknecht (beide CDU) zu sprechen.

Am Montag war in Helbra vor der Grundschule während der Schulzeit eine Achtjährige von einem Polizeiaufgebot mit mehreren Streifenwagen abgeholt worden, um es dem Vater wegzunehmen und zur Mutter zu bringen. Sie hatte sich in einem Sorgerechtsstreit durchgesetzt. Ein Polizist hatte das schreiende und sich heftig wehrende Mädchen gegen seinen Willen in einen Wagen verfrachtet.

„Das mag ein Einzelfall sein. Ich würde mir aber wünschen, dass man so etwas mit Fingerspitzengefühl angeht und nicht auf dem Schulhof austrägt“, sagte Tullner der Zeitung. Bereits zuvor bezog das Bildungsministerium über Pressesprecher Michael Schulz Stellung. „Wenn so etwas passiert, ist das für eine Schule eine massive Belastung“, sagte er. „Die Geschehnisse sind in der Schulöffentlichkeit passiert, wie es sich keiner wünschen kann.“ Wie Schulz sagte, habe das Landesschulamt im Vorfeld versucht zu intervenieren, um eine die Vollstreckung in der Schulöffentlichkeit zu verhindern. Warum es dann doch so kam, könne er nicht sagen. Mittlerweile seien Schulpsychologen mit der Grundschule in Kontakt. (mz)