Regionale Spezialitäten im Angebot

Die „Alte Posthalterei“ in Stolberg ist nun in neuer Hand

Von Helga Koch
Nikolaus Klein in seinem Hofladen in Stolberg. Dort werden regionale Produkte angeboten.
Nikolaus Klein in seinem Hofladen in Stolberg. Dort werden regionale Produkte angeboten. (Foto: Jürgen Lukaschek)

Stolberg/MZ - Wer hätte es ahnen können? Erst im November 2019 hatte Nikolaus Klein als Koch in einem Stolberger Hotel zu arbeiten begonnen, als nur wenige Wochen später die Coronapandemie mit voller Wucht hereinbrach. Dabei war Klein doch dieses Jobs wegen aus dem Saarland in den Südharz gezogen und hatte mit seiner Freundin ein Haus in Breitenstein gekauft. Er habe dann lange überlegt, erzählt der 32-Jährige, „was man krisensicher machen kann“ - und seine Antwort gefunden: „Ich kann kochen, und gegessen wird immer.“ Nun kocht er aber an einem anderen Ort: als Pächter des Hofladens der „Alten Posthalterei“ in der Stolberger Niedergasse.

Dort gibt es traditionell den Kutschertopf, der über einem offenen Feuer im Kessel zubereitet wird. Wer auf den Geschmack kommt, kann hier auch das spezielle Gewürz bekommen. „Das gibt’s nur hier.“ Die einzelnen Zutaten stammen aus einem Betrieb der Region, so wie alle Spezialitäten im Hofladen. Hier gibt es Westerhäuser Käse und Wurst von der Dankeröder Fleischerei Leopold, Liköre und Brände aus der Nordhäuser Traditionsbrennerei, verschiedenste Sorten von Kyffhäuser-Nudeln aus Hackpfüffel, Kaffee und zig Gewürze aus Aschersleben… Gut zwei Dutzend Erzeuger hat Klein gefunden, deren Produkte er anbietet. „Das war ganz schöner Stress, um alles vorzubereiten“, erzählt er. „Ich habe mir alle Betriebe angeschaut und natürlich auch die Produkte probiert.“ Alles sei frei von Geschmacksverstärkern und von Gluten.

Hofladen in Stolberg ist fast täglich geöffnet

Dass er mal Koch werden würde, habe sich schon beizeiten angedeutet. „Mein Vater hat als Stuckateur in Luxemburg gearbeitet, meine Mutter war auch berufstätig.“ Also habe er nach der Schule sich selbst immer mal was zu essen gekocht, anfangs natürlich - Nudeln! Noch während der Schulzeit absolvierte er ein Praktikum in der Gastronomie: „Da habe ich gemerkt, das ist meins.“ Es folgten drei Jahre Lehre als Koch in der gehobenen Gastronomie. „Ich koche gerne, egal was. Es macht mir im allgemeinen Spaß.“ Und er selbst, gesteht er, esse sehr gern Fleisch.

In den zurückliegenden Wochen sei die Baustelle in Breitenstein zu kurz gekommen. 200 Quadratmeter Wohnfläche samt ausgebautem Dachgeschoss auf einem Grundstück von 350 Quadratmetern, da gebe es noch allerhand zu tun, sagt Klein. Der Umbau werde sich wohl noch eine Weile hinziehen, denn „erst mal muss alles raus“. Er sei deshalb froh, dass ihm seine Freundin Kyra trotz ihres Vollzeitjobs für den beruflichen Neuanfang im Hofladen zu Hause den Rücken frei hält. Denn der Hofladen ist täglich, außer dienstags, jeweils von 10 bis 18 Uhr geöffnet.