Sieben-Tage-Inzidenz in MSH liegt bei 4,4

Deutlich spürbares Phänomen: Impftouristen kommen sogar von Bayern nach Sangerhausen

Von Grit Pommer
Symbold
Symbold (Foto: imago images/Political-Moments)

Eisleben/Hettstedt/Sangerhausen - Im Impfzentrum in Sangerhausen registriert man zurzeit relativ viele Menschen, die aus anderen Bundesländern einreisen, um sich die Corona-Impfung abzuholen. „Die Leute kommen aus Bayern, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Hessen hierher“, sagt Kreis-Pressesprecherin Michaela Heilek. Genau beziffern könne man den zahlenmäßigen Anteil der Auswärtigen im Moment zwar nicht. Es sei aber ein deutlich spürbares Phänomen.

Dass man auch tief im Süden und Westen Deutschlands Impftermine in Sangerhausen buchen kann, ist nichts Neues. Die Termine werden über die Hotline 116 117 der Kassenärztlichen Vereinigung und über die Internetplattform „Impfterminservice“ vergeben. Dort kann man beliebig unter den Bundesländern wählen, die diese Plattform nutzen. Und im jeweiligen Bundesland dann auch beliebig unter den Impfzentren. Der Wohnort spielte nie eine Rolle.

Impfzentrum in Sangerhausen hat Samstag noch Termine frei

Im Januar hatte das in Mansfeld-Südharz für Aufregung gesorgt. Bei einer Stichprobe war ermittelt worden, dass zehn bis 15 Prozent der Besucher im Impfzentrum Sangerhausen aus anderen Landkreisen kamen. Damals waren im Zentrum ganze fünf Termine pro Tag verfügbar. Inzwischen hat sich die Lage deutlich entspannt. Für diese Woche waren so viele Impftermine verfügbar, dass der Landkreis sogar per Pressemitteilung um Interessenten warb.

Bis zum Donnerstagmittag waren dann alle Freitagstermine ausgebucht. Für Samstag allerdings waren noch 168 von 400 zu haben. Die Impftouristen aus dem Bundesgebiet können im Moment also locker mit versorgt werden. Warum sie den teilweise sehr weiten Weg auf sich nehmen, darüber kann man auch beim Landkreis nur spekulieren. Möglicherweise wollen viele noch rechtzeitig vor der nahenden Reisesaison durchgeimpft sein.

Impftourismus als Chance für Werbung

Der Landkreis versucht jedenfalls, die Magnetwirkung des Sangerhäuser Impfzentrums gleich zu nutzen. Man habe in der Mammuthalle touristisches Werbematerial über Mansfeld-Südharz ausgelegt, sagt Heilek. Das Ziel: Wenn die Leute schon mal da sind und den Landkreis gerade von seiner schönsten Sommerseite sehen, bekommt der eine oder andere vielleicht auch Lust, für ein verlängertes Wochenende oder einen Urlaub wiederzukommen.

Unterdessen ist die 7-Tage-Inzidenz der Coronainfektionen in Mansfeld-Südharz weiter gesunken. Das Robert-Koch-Institut registrierte bis Donnerstag, null Uhr, nur einen weiteren Fall. Der Landkreis liegt damit bei einer Inzidenz von 4,4. (mz)