Traktorentreffen

Traditionstreffen in Dankerode: Harvester-Schlepper platzt das Herz

Dankerode - In Dankerode sind bereits zum 13. Mal Traktoren der älteren Jahrgänge zu sehen. Besitzer haben oft lange Anfahrten.

Von Sigrid Dillge 28.08.2017, 12:55

Den Weg von Rühen nahe Wolfsburg bis in den Harz hat der alte IHC 633, ein Schlepper vom Hersteller International Harvester, gut überstanden. Doch die Rundfahrt durch Dankerode bekam dem gut 40-Jährigen überhaupt nicht.

„Dem ist der Motor geplatzt. Jetzt steht er noch irgendwo im Dorf. Mal sehen, wie wir ihn wieder nach Hause kriegen“, erklärt Jürgen Rex.

Das kaputte Fahrzeug gehört seinem Freund Rainer Märtens. Mit ihm, seinem Bruder Peter Rex, seinem Sohn Sebastian Rex, einem Teil der Familie und insgesamt vier alten Fahrzeugen ist der Niedersachse nach Dankerode gekommen.

Traktorentreffen in Dankerode: Herzen der Liebhaber schlagen wieder höher

Dort gab es am Wochenende das mittlerweile bereits 13. Traktorentreffen, das auch in diesem Jahr wieder knapp 100 Teilnehmer hatte. Das Tuckern und Dröhnen der Motoren ließ die Herzen der Aussteller und Gäste höher schlagen.

Liane und Manfred Weber aus dem thüringischen Wartburgkreis geraten ins Schwärmen: „Das Motorengeräusch ist Musik für uns. Wir lieben einfach alte Autos“, sagen die beiden Rentner, die bei ihren Wochenendausflügen vor allem Oldtimertreffen besuchen.

Sie liebäugeln damit, vielleicht auch einmal mit einem Oldie ausfahren zu können.

Traktorentreffen in Dankerode: Die Herren Rex und ihr wöchentliches Vergnügen

Dieses Vergnügen gönnen sich fast jedes Wochenende die Herren Rex aus Rühen. Sie waren in Leipzig beim größten Treckertreffen Deutschlands und werden am kommenden Wochenende beim Niedersachsentag dabei sein.

Dort stellt der Bulldog-Club Drömling, zu dem sie gehören, alte landwirtschaftliche Technik vor. In Dankerode ist Familie Rex bereits zum zweiten Mal. „Es war vergangenes Jahr so schön hier“, nennt Peter Rex den Grund.

Das habe zum einen an den Ausstellern und Veranstaltern gelegen, zum anderen aber auch an der Möglichkeit, den örtlichen Campingplatz als Übernachtungsmöglichkeit zu nutzen.

Traktorentreffen in Dankerode: Alle sind mit dem Treckervirus infiziert

Jürgen Rex ist eigentlich der Schuldige dafür, dass die gesamte Familie und Freunde mit dem Treckervirus infiziert sind. Der gelernte Landmaschinenschlosser, der lange Zeit bei einem bekannten Wolfsburger Automobilhersteller gearbeitet hat, leistete sich vor gut zwanzig Jahren seinen ersten Trecker.

Inzwischen hat er einige, wie den IHC 644 aus dem Jahr 1976, den Lanz-Bulldog D 2016 von 1958 oder den Deutz D 15 mit dem Baujahr 1960, die er mit nach Dankerode brachte.

Rex weiß abenteuerliche Geschichten vom Kauf und vor allem vom Transport in den Heimatort zu erzählen. Manchmal ohne Kontakt zu den Daheimgebliebenen, weil das Handy seinen Dienst versagt hatte. Trotz allem bleibt den Rex-Männern die Freude am alten Gefährt.

Und was macht man mit so alten Treckern? „Einfach fahren“, lautet die Antwort von Jürgen. Sohn Sebastian setzt spitzbübisch lächelnd hinzu: „Wenn man schon ein Cabrio hat, muss man es auch nutzen.“

Traktorentreffen in Dankerode: Fast sieben Stunde Fahrt bis in den Harz

Lanz-Bulldog und Deutz haben fast sieben Stunden für die Fahrt von Rühe bis Dankerode gebraucht. Mit Tempo 20 ging es über die Landstraßen. Die beiden IHC waren mit 30 Kilometern in der Stunde etwas schneller unterwegs. Doch zurück nach Hause wird das wohl nicht wieder fahrbar sein. Dann soll der heile Trecker seinen herzkranken Kollegen ziehen. Denn ihn einfach so im Harz zurück zu lassen, bringen die Männer um Jürgen Rex nicht übers Herz.

(mz)