Selketalbahn bei Alexisbad

Selketalbahn bei Alexisbad: Wanderwege über Gleise bald wieder frei

Alexisbad - Horst Schöne, Vorsitzender des Harzklub Zweigvereins Harzgerode, atmet auf. Die Lösung für ein Problem, das ihn und seine Vereinsmitglieder seit der Jahreswende beschäftigt, ist zum Greifen nahe. Künftig soll ein offizieller Bahnübergang Wanderern die gefahrlose Überquerung der Gleise in Alexisbad ...

Von Sabine Herforth 29.03.2017, 07:45

Horst Schöne, Vorsitzender des Harzklub Zweigvereins Harzgerode, atmet auf. Die Lösung für ein Problem, das ihn und seine Vereinsmitglieder seit der Jahreswende beschäftigt, ist zum Greifen nahe. Künftig soll ein offizieller Bahnübergang Wanderern die gefahrlose Überquerung der Gleise in Alexisbad ermöglichen.

Kurz vor den Feiertagen hatte die Harzer Schmalspurbahnen GmbH nahe dem Zugang zum Friedenstal Verbotsschilder aufstellen lassen. Diese untersagen das Betreten der Gleise an genau der Stelle, an der ein offizieller Wanderweg über die Schienen führt, weil ein Felsvorsprung den Weg versperrt.

Kein öffentlicher Weg, sondern „Bahnanlage“

Es hagelte Beschwerden, die vor allem bei Horst Schöne landeten. Doch die Rechtslage ist eindeutig. „Es handelt sich hier nicht um einen öffentlichen Weg, sondern um eine Bahnanlage“, stellt Uwe John, Abteilungsleiter Infrastruktur sowie stellvertretender Eisenbahnbetriebsleiter, bei einem Termin vor Ort klar und fügt an: „Das Problem hat nicht die HSB verursacht.“

Gelöst habe sie es mit den Schildern aber auch nicht. Die Wanderer würden nun oftmals direkt am Fels laufen, um das Verbot einzuhalten, erklärt Horst Schöne. Dabei kommen sie jedoch gefährlich nah an die Gleise und können - sollte ein Zug kommen - kaum ausweichen. „Das ist sehr kritisch und viel gefährlicher“, betont er.

Mindestabstand auf freier Strecke: drei Meter

Nach einem kurzen Streitgespräch zeigten sich beide Seiten dennoch versöhnlich. Schließlich wurde der Termin vereinbart, um eine Lösung für die Misere zu finden. Diese entsteht durch den vorgeschriebenen Mindestabstand von der Bahnanlage, der auf freien Strecken drei Meter beträgt, erklärte Uwe John.

Dort, wo der Wanderweg bisher über das Gleis führte, fehlen nach Neubau einer Brücke über die Selke einige Zentimeter, um in sicherem Abstand gehen zu können. Daran soll es jedoch nicht scheitern, sagte Horst Schöne und versprach, dass sich der Harzklub kümmern wolle. Ist die Fläche und damit der nötige Abstand wiederhergestellt, will die HSB ein Geländer bauen.

„Wenn wir einmal dabei sind, machen wir das auch richtig“, kündigte Eisenbahnbetriebsleiter Jörg Bauer an. Er plant, einen Bahnübergang, der im rechten Winkel über die Gleise führt, anzulegen. Zudem sollen auch zwei Andreaskreuze sowie Pfeiftafeln in beiden Richtungen aufgestellt werden. Das heißt, dass der Zug an dieser Stelle ein Pfeifsignal gibt, das Fußgänger auf die herannahende Bahn aufmerksam macht.

Nur ein Weg führt zum Selkefall

„Da gibt es klare Regelungen und Vorschriften, wie die aufgestellt werden“ so Bauer. Denn für den Verkehr an der Brücke wenige Meter weiter gibt es bereits Pfeiftafeln. Die zusätzlichen sollen dazu dienen, dass Fußgänger, „wenn sie das Pfeifen hören, es noch schaffen, stehen zu bleiben oder das Gleis zu verlassen“.

Einige hundert Meter weiter in Richtung Selkefall führt der Wanderweg erneut über die Gleise. Horst Schöne betonte, wie wichtig der Weg für Wanderer und Spaziergänger sei. „Das ist die einzige Zuwegung, die wir von hier zum Selkewasserfall haben.“

Wanderweg kreuzt viermal die Gleise

Die Situation ist dort ähnlich, ebenso die Reaktion der HSB-Mitarbeiter. „Das können wir so auch nicht akzeptieren“, machte Jörg Bauer klar und schlug eine analoge Lösung vor. Gleiches gilt für die beiden folgenden Übergänge in Richtung Drahtzug. Auf der Strecke von Alexisbad bis hin zu der Haltestelle kreuzt der Wanderweg insgesamt viermal die Gleise - an keiner Stelle gibt es einen rechtlich einwandfreien Übergang.

Das soll sich nun ändern und Rechtssicherheit geschaffen werden. „Damit kriegen sie einen offiziellen Charakter und werden auch den geltenden Regelungen der Eisenbahnvertriebsverordnung gerecht“, so Bauer.

Für die dann unnötigen Verbotsschilder schlug Horst Schöne direkt eine Anschlussverwendung vor: An einer Brücke, die ausschließlich dem Zugverkehr dient und nicht Teil des Wanderwegenetzes ist. (mz)