Seilbahn-Projekt in Schierke

Seilbahn-Projekt am Kleinen Winterberg in Schierke: Endgültiges Aus durch neues Schutzgebiet?

Schierke - Pläne des Umweltministeriums von Sachsen-Anhalt sehen vor, am Kleinen Winterberg in Schierke ein neues Schutzgebiet auszuweisen.

11.09.2018, 15:48
Im Mai 2017 führte Werner Vesterlin von der Bürgerinitiative Pro Winterberg in Schierke Politiker in das Waldstück, wo die Seilbahn geplant ist.
Im Mai 2017 führte Werner Vesterlin von der Bürgerinitiative Pro Winterberg in Schierke Politiker in das Waldstück, wo die Seilbahn geplant ist. dpa-Zentralbild

Wegen des viel diskutierten Seilbahn-Projekts in Schierke gibt es neuen Streit zwischen der Stadt Wernigerode und dem Umweltministerium. Pläne des Ministeriums sehen vor, am Schierker Winterberg ein neues Schutzgebiet auszuweisen.

Nach Ansicht der Stadt könnte dies das endgültige Aus für das Projekt bedeuten. „Diese Planungen stehen diametral dem langjährig verfolgten Ziel der touristischen Entwicklung des Ortes entgegen“, erklärte Oberbürgermeister Peter Gaffert (parteilos) am Dienstag.

„Ausweisung eines Schutzgebietes für Schutzstatus nicht entscheidend”

Das Ressort von Umweltministerin Claudia Dalbert (Grüne) widersprach dieser Darstellung. Die formale Ausweisung eines Schutzgebietes sei für den Schutzstatus nicht entscheidend.

Von Bedeutung sei allein, dass es auf der betroffenen Fläche streng geschützte Lebensraumtypen gibt. Sollte die Seilbahn genehmigt werden und wären geschützte Arten und Lebensräume betroffen, müsste demnach ohnehin mit Klagen von Umweltschützern gerechnet werden - mit oder ohne neues Schutzgebiet.

Anlage am Kleinen Winterberg soll an Skigebiete im Westharz anschließen

Um den Bau der Seilbahn und eine mögliche Genehmigung gibt es schon lange Streit, auch in der schwarz-rot-grünen Landesregierung. Die Anlage am Kleinen Winterberg soll Schierke an die Skigebiete im Westharz anschließen. Mehrere Gutachten hatten ergeben, dass seltener Moorwald betroffen wäre.

Das letzte Gutachten habe ergeben, dass auch außerhalb des bisherigen Schutzgebietes geschützte Arten und Lebensraumtypen gefunden wurden, hieß es aus dem Umweltministerium. Deshalb sei man verpflichtet, das an die EU zu melden. Die Planungen für ein neues Schutzgebiet seien aber sehr langwierig. (dpa)