Nach Bären-Angriff Nach Bären-Angriff im Tierpark Westerhausen: Gewerbeaufsicht findet keine Sicherheitslücken

Westerhausen - Nachdem ein Bär im Tierpark Westerhausen einen Pfleger angegriffen und schwer verletzt hat, hat sich dort die Abteilung Arbeitsschutz des Gewerbeaufsichtsamts umgesehen. Bei der Kontrolle sprachen Beamte mit Angestellten des Parks darüber, wie es zu dem Unfall kommen konnte, und prüften, wie es um die Sicherheitsvorkehrungen bestellt ist.
Nach dem Besuch kann Peggy Wießner Entwarnung geben: „Die Sicherheit der Gäste ist gewährleistet und bei Einhaltung der vom Arbeitgeber veranlassten Arbeitsschutzmaßnahmen besteht keine Gefahr für die Beschäftigten“, erklärt die Pressesprecherin des Landesamts für Verbraucherschutz.
Tierpfleger hatte Schleusentür nicht verschlossen
Zu dem lebensgefährlichen Angriff konnte es demnach kommen, „weil der Tierpfleger entgegen der Betriebsanweisung und Unterweisung die Schleusentür nicht verschlossen hatte“. In der Schleuse sei das Raubtier über seinen Pfleger hergefallen.
Inzwischen befindet sich der Verletzte auf dem Weg der Besserung, sagt Peggy Wießner. „Er ist aber zurzeit noch arbeitsunfähig.“ Wie lange die Heilung dauert, lässt ahnen, wie schwer die Blessuren gewesen sein müssen, die der Bär dem Pfleger am 13. September gegen 8.50 Uhr zufügte. „Es gab keine Zeugen des Angriffs“, merkt die Sprecherin an. Das Tiergehege öffnete an dem Tag um zehn Uhr.
Raubtier wird weiterhin für Besucher zu sehen sein
Was den Bären angeht, sieht das Gewerbeaufsichtsamt keinen Grund zum Handeln. „Der Bär ist gesund“, sagt Wießner. „Da er sich artgerecht verhielt, gab es keine Veranlassung, ihn zu töten.“ Das Raubtier wird weiterhin für die Besucher des Parks zu sehen sein.
Auch darüber hinaus werde die Behörde keine Maßnahmen veranlassen. „Alle technischen und organisatorischen Sicherheitsvorkehrungen seitens des Arbeitgebers wurden erfüllt.“
Dass Bären Menschen angreifen, kommt in Zoos immer wieder vor - und ist meist die Folge eines menschlichen Fehltritts. So glimpflich wie im Westerhäuser Fall enden die Begegnungen oft nicht: Ein Pfleger, der im Sommer 2017 in einem Tierpark in Mittelschweden von einem Bären attackiert wurde, erlag im Krankenhaus seinen Verletzungen. Auch dort war das Tier in ein Gehege gelangt, zu dem es keinen Zutritt haben sollte. (mz)