Freiwillige Feuerwehr

Ein neuer Mannschaftstransportwagen schafft bessere Bedingungen in Neudorf

Und die neu gegründete Kinderfeuerwehr erfreut sich eines regen Zuspruchs.

Von Susanne Thon
Noch nicht offiziell übergeben, aber schon im Einsatz: der neue Mannschafttransportwagen. Mit im Bild: Ortswehrleiter Marcel Walter.
Noch nicht offiziell übergeben, aber schon im Einsatz: der neue Mannschafttransportwagen. Mit im Bild: Ortswehrleiter Marcel Walter. Foto: Thon

Neudorf/MZ - Das alte Tragkraftspritzenfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Neudorf hat Gesellschaft bekommen. Zum Feuerwehrfest am Wochenende musste es nicht allein vor der Turnhalle stehen, gleich daneben parkte der neue Mannschaftstransportwagen.

In Summe haben die Freunde der Neudorfer Feuerwehr und die Stadt Harzgerode 20.000 Euro in die Neuanschaffung gesteckt. Der Förderverein finanzierte den Kauf des Mercedes-Transporters, die Stadt übernahm seine Umrüstung zum Feuerwehrauto und zeichnet für die künftige Unterhaltung verantwortlich.

„Gute Dienste hat er uns schon geleistet“

Auch wenn die offizielle Übergabe noch nicht erfolgt ist: „Gute Dienste hat er uns schon geleistet“, sagt Ortswehrleiter Marcel Walter. Seine Feuertaufe bestand das neue Fahrzeug, bei dem es sich um ein gutes gebrauchtes handelt, als die Kameraden zur Beseitigung einer Ölspur gerufen wurden. Ein Mannschaftsfahrzeug hatte die Neudorfer Wehr vorher nicht. Das fiel ihr immer dann auf die Füße, wenn mehr Kameraden zum Einsatz anrückten, als auf das Tragkraftspritzenfahrzeug passten. „Da kamen nicht alle mit“, erklärt Walter.

Schon vor einigen Jahren habe man sich deshalb überlegt, dass es doch gut wäre, einen Mannschaftswagen zu haben, erzählt er. Und da kamen die Freunde der Neudorfer Feuerwehr ins Spiel, die sich sogleich anschickten, um aus dem Wunsch Wirklichkeit werden zu lassen. Im vergangenen Jahr hatten sie das Geld für den Autokauf zusammen.

Der Einsatz ist zweckgebunden

Das Fahrzeug sei zweckgebunden angeschafft worden, sagt Walter. Das heißt: Neben der Mannschaft soll gegebenenfalls auch Verpflegung transportiert werden. Der Mannschaftstransportwagen dient den freiwilligen Feuerwehren der Stadt bei länger andauernden Einsätzen als Versorgungsfahrzeug. Und auch als Zugfahrzeug fürs Schlauchboot wird er künftig eingesetzt.

Ende kommenden Jahres soll dann auch das fast 30 Jahre alte Einsatzfahrzeug ersetzt werden. Das allerdings kostet ein Vielfaches: Einen sechsstelligen Betrag muss die Stadt dafür in die Hand nehmen, unabhängig davon, dass auch das Land die Neuanschaffung mit 100.000 Euro fördert (die MZ berichtete).

Um eine ganz andere Art der Förderung geht es derweil vor Ort in Neudorf: und zwar um die Nachwuchsförderung. Die Feuerwehr hat eine eigene Kinderfeuerwehr gegründet. Zwölf Kinder, Jungen und Mädchen im Alter von sechs bis acht Jahren, sind mit dabei. Alle zwei Wochen kommen die Kinder zusammen. Spielerisch führt sie dann Ricarda Walter ans Thema Feuerwehr heran. „Das ist nicht nur Basteln“, sagt sie, vielmehr würden die Kinder mit den Grundlagen vertraut gemacht. Nur eben altersgerecht.Da heißt es dann „Wir Packen unser Feuerwehrauto“ statt „nur“ Gerätekunde.

Die Kinder sollen auch Spaß haben

Auf dem Dienstplan stehe aber auch Erste Hilfe, experimentiert werde viel, und die Bewegung komme auch nicht zu kurz, erklärt sie. Bemerkenswert findet Ricarda Walter es, wie konzentriert die Kinder bei der Sache seien, wie interessiert. Dass sie dabei auch Spaß haben, selbstredend. Zu gern hätten sie schon eher losgelegt. Aber nach einem Schnuppertag im Herbst vergangenen Jahres war - coronabedingt - erst mal Schluss.

Auch wenn die Neudorfer Wehr personell gut aufgestellt sei, wie Marcel Walter sagt - „Nur tagsüber ist es schwierig, wie woanders auch“: „Wir brauchen den Nachwuchs.“ Und den sollte man schon von klein auf heranziehen, „dann ist Feuerwehr später normal“, erklärt seine Frau. Je älter man werde, desto größer sei die Hemmschwelle noch anzufangen, sagt Ricarda Walter. Der Kinder- schließt sich die Jugendfeuerwehr an. Und von dort aus können die Jugendlichen in die Einsatzabteilung übertreten. Für drei Neudorfer beginnt die Übergangsphase jetzt. Sie sind 16 geworden, werden in den kommenden zwei Jahren auf den Einsatzdienst vorbereitet, „so dass sie mit 18 fit sind“, so Marcel Walter.