1025-Jahr-Feier in Dankerode

1025-Jahr-Feier in Dankerode: Ein besonderes Völkchen

Dankerode - Mit einem großen Umzug startet Dankerode in seine 1025-Jahr-Feier. Auf dem Festplatz bieten die Einwohner ihren Gästen ein buntes Programm.

Von Sabine Herforth 07.08.2017, 06:37

Im 700-Seelen-Dorf Dankerode herrschte am Wochenende Ausnahmezustand. Zum 1025-jährigen Jubiläum seit der ersten urkundlichen Erwähnung wurde ein Fest auf die Beine gestellt, das sich sehen lassen konnte.

Dabei fing alles noch recht unscheinbar an: mit Blasmusik. Sie kündigte den Festumzug an, der am Sonnabend durch den Ort führte. Die Kinder und Erzieher der Kindertagesstätte Wirbelwind, die Seniorengruppe oder die Dankeröder Ortschronisten.

Das ganze Dorf war auf den Beinen und die meisten – so schien es – präsentierten sich den Besuchern bei der Dorfrunde. So bildeten beispielsweise die Bewohner der Siedlung, aber auch des Hinterdorfes Gruppen.

Fehlen durfte bei dem Umzug auch die Geschichte Dankerodes nicht, schließlich wurde Jubiläum gefeiert. Die Zuschauer grüßten also König, Adel, Mägde, aber auch einfache Bauern, die in ihren historischen Kleidern durch die Historie führten.

Alle haben sich herausgeputzt

Vereine und Feuerwehr hatten sich für diesen ersten Höhepunkt ebenso herausgeputzt wie Wanderfreunde und Sportgruppen. Ein Blickfang waren zudem das am längsten und am frischesten verheiratete Ehepaar im Ort, die mit Kutsche durch Dankerode fuhren.

Zwischendurch stoppte der Umzug immer wieder, nicht alles lief reibungslos. Doch weder die Zuschauer noch die Umzugsteilnehmer störten sich daran und hatten ihren Spaß an den verschiedenen Darbietungen.

Mit dem Transparent „Dankerode – Teil einer großen Gemeinschaft“ kündigten sich schließlich die Teilnehmer aus den umliegenden Ortsteilen Harzgerodes an. Die Ortsbürgermeister - geschmückt mit Schärpen – führten diesen Teil an. Und selbst aus Sangerhausen waren Freunde vom Karnevalsverein angereist, die den Dankerödern gratulieren wollten.

Gut 600 Teilnehmer – also nahezu so viele Menschen wie Dankerode Einwohner hat – beteiligten sich an dem Festumzug.

Als die Kolonne schließlich auf dem Festplatz auf dem Martelsberg ankam, wurde es schnell eng. Alle Umzugsteilnehmer trafen aufeinander und sorgten dabei mitunter für lustige Begegnungen.

So musterte beispielsweise eine Hexe, mit langer krummer Nase und giftgrüner Haut, die Braut in ihrem weißen Kleid mehrfach und fragte schließlich: „Wer ist die Schönste heute?“

Viele Sponsoren halfen beim üppigen Fest

„Wir sind stolz und freuen uns unheimlich, wie viele Menschen sich hier beteiligt haben, um einen tollen Festumzug zu gestalten“, sagte Ortsbürgermeister Manfred Kroll bei seiner Ansprache. Möglich sei das üppige Fest nur durch viele Sponsoren, sodass insgesamt ein finanzielles Volumen von 18.000 Euro zur Verfügung stand und vermutlich keine Rechnung unbeglichen bleibe, kündigte Kroll an.

Besonders froh sei er aber, dass sich der Festplatz dem Anlass entsprechend präsentiere. „Der Martelsberg war in einem sehr schlechten Zustand“, erinnerte Kroll. Viele Einwohner hätten immer wieder viele Stunden investiert, um den Festplatz herzurichten.

Und auch beim Dekorieren ließen sich die Dorfbewohner nicht lumpen. Überall hingen beispielsweise kleine bunte Wimpel, die in den Wochen vor dem Fest selbst genäht wurden.

Dankerode und seine Einwohner sind schon etwas Besonderes, meinte im Anschluss Harzgerodes Bürgermeister Marcus Weise (CDU). Doch bevor er erklärte, warum, übergab er zunächst eine Ehrenurkunde. Schließlich habe Dankerode einiges an Geschichte vorzuweisen, das nun gewürdigt werde.

Einst geteiltes Dorf

Er erinnerte an eine Epoche von mehr als 100 Jahren gegeben, in denen Dankerode geteilt war und zum Teil Stolberg, zum Teil Falkenstein zugeordnet war. Einige Veränderungen folgten, bis der Ort schließlich zum Amt Harzgerode gehörte und Frondienste zu leisten hatte.

Nicht nur deshalb hätten sich viele Dankeröder weiterhin Falkenstein zugehörig gefühlt. „Ich hoffe, das ist heute anders“, sagte Weise mit einem Augenzwinkern und verwies auf ein Sprichwort, was – nicht ganz ernst gemeint – angeblich aus dieser Zeit stammte: „Ein guter Dankeröder ist einer, der täglich mindestens einmal in Harzgerode war.“

Die Menge lachte. Doch der Bürgermeister war voll des Lobes und betonte, was für ein „tolles Völkchen“ hier lebe. „Die Dankeröder wissen das selbst, sie sind stolz auf ihren Ort und übernehmen Verantwortung dafür“, so Weise.

Das bewiesen sie umgehend mit einem bunten Programm der Kita „Wirbelwind“, die auf ein abwechslungsreiches Festprogramm einstimmten. (mz)