Er sah bei rassistischem Angriff zu

Angriff auf Somalier in Bus: Staatsanwalt ermittelt gegen Polizist

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen Polizisten.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen Polizisten. (Foto: Peter Gercke/dpa-Zentralbild/dpa)

Aue-Bad Schlema/dpa - Nach einem rassistischen Angriff auf einen Somalier am Wochenende im sächsischen Bad Schlema ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen drei Männer, darunter einen Polizisten. Ihm wird unterlassene Hilfeleistung vorgeworfen, während die beiden anderen Männer unter Verdacht der gefährlichen Körperverletzung stehen, wie die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Chemnitz am Donnerstag sagte. Die Ermittlungen stünden noch am Anfang.

In einem Linienbus soll am Samstagabend ein 20-Jähriger aus einer Gruppe von acht deutschen Männern im Alter von 37 bis 49 Jahren heraus rassistisch angegangen worden sein. Nach Beleidigungen sollen zwei der Männer auf den Mann eingetreten und ihn verletzt haben. Videoaufnahmen aus dem Bus hatten nach früheren Angaben der Polizei gezeigt, dass der Polizist zwar an diesem Übergriff nicht aktiv beteiligt war, aber auch nicht eingegriffen hat. Der 39-Jährige ist bei der Polizeidirektion Zwickau tätig, war zu der Zeit aber nicht im Dienst. Gegen ihn sei ein Disziplinarverfahren eingeleitet worden, das vorerst wegen der strafrechtlichen Ermittlungen ruhe, hieß es.

Die zuständigen Polizeipräsidenten von Chemnitz und Zwickau, Carsten Kaempf und Lutz Rodig hatten das Verhalten des Polizisten verurteilt: „Wir erwarten von unseren Polizisten, dass sie auch außerhalb des Dienstes die Begehung von Straftaten verhindern, zu deren Aufklärung beitragen und nicht wegschauen.“ Der Fahrer des Busses hatte die Polizei gerufen.