Zuckerbahn-Radweg

Zuckerbahn-Radweg: Gleisbett statt Feldweg

Sieglitz - Zuckerbahn-Radweg wird ausgebaut

Von Roland Lüders 11.07.2016, 13:33

Früher vereint, heute durch eine Landesgrenze getrennt: Das sind die Ortschaften im Molauer und Camburger Land. Gehörten doch Dörfer wie Molau, Aue und Sieglitz bis zur Bildung der DDR-Bezirke zu Thüringen. Die historische Beziehungen der Menschen in den Orten, die seit 1485 im Auftrag der Ernestinischen Herzogtümer vom Amt in der Stadt Camburg verwaltet wurden, sollen nun durch ein verbindendes Band wiederbelebt werden: den Zuckerbahn-Radweg, der auf dem alten Bahndamm zwischen Zeitz und Camburg ausgebaut wird. „Gemeinsames Ziel ist es, eine attraktive Route für Radler zu schaffen und eine Verbindung zwischen dem Elster- und dem Saaletal“, so Kerstin Beckmann, Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde (VG) Wethautal und zugleich Vorsitzende des Radweg-Fördervereins.

Gute Fortschritte gemacht

Und auf diesem Weg ist man schon weit vorangekommen. So nähern sich mit den unlängst fertiggestellten Abschnitten 21 und 22 zwischen Molau und Sieglitz die Arbeiten im Burgenlandkreis ihrem Ende. Probleme auf dieser rund 1,9 Kilometer langen Strecke, die vom Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten (Alff) im Rahmen des ländlichen Wegebaus gefördert wurde, bereitete die Auflage, auf der Strecke einen Wurzelschutz für Bäume einzurichten. Das war trotz Einsatz moderner Technik wegen der geologischen Verhältnisse nicht durchgehend machbar, so dass das Alff nun von seiner Forderung abgerückt ist und die Drahtesel endlich über diesen Abschnitt rollen können.

Arbeiten im Frühjahr 2017

Noch 2016 sollen die Abschnitte von Sieglitz nach Crauschwitz planerisch in Angriff genommen werden. „Hier hat sich eine Arbeitsgruppe unseres Vereins ein Bild vom Aufwand gemacht, der mit einem Bau auf dieser Trasse verbunden ist“, so die Vorsitzende. Das Ergebnis der Untersuchung: Der VG wird empfohlen, eine Alternativ-Variante der Planer, bei der man weitab vom Bahndamm radeln würde, zu verwerfen. Die sollte direkt nach Crauschwitz führen. Für den weiteren Streckenverlauf nach Thüringen hätte man einen Feldweg nördlich des Dorfes genutzt. Nach der Begehung wird nun der Ausbau des 2,50 Meter breiten Asphaltbandes auf der südlich des Ortes verlaufenden Bahntrasse favorisiert. Auf dem alten Gleisbett soll auch ein Abschnitt Richtung Schinditz verlaufen, um kurz vor der Landesgrenze den Damm zu verlassen. Wird dem Förderantrag zugestimmt, könnten die Arbeiten an der 2,5 Kilometer langen Strecke im Frühjahr 2017 beginnen.

Ein kompliziertes Stück

Auch auf der Thüringer Seite hat sich einiges getan. Dort kann man seit einiger Zeit die rund 800 Meter lange Etappe von der Landesgrenze Thüringen bis zur B 88 in Oberschinditz nutzen. Den Lückenschluss zum Saale-Radweg müssen die Thüringer nun auf Camburger Flur herstellen. Allerdings handelt es sich um ein kompliziertes Stück, soll doch dort eine Saalebrücke neu errichtet werden. (mz)