Verjüngungskur zum 40.

Was in der Heinrich-Jacobi-Straße in Zeitz-Ost passiert

Die Wohnungsgenossenschaft 1. Mai investiert eine halbe Million Euro in der Heinrich-Jacobi-Straße in Zeitz-Ost. Was alles gemacht wird.

Julian Schmidt von der Firma Gerüstbau Schmidt rüstet den Block in der Heinrich-Jacobi-Straße ein. Die Fassade soll saniert werden. Foto: Helga Freund

Zeitz - Der Neubaublock in der Heinrich-Jacobi-Straße in Zeitz-Ost zeigt sich in diesen Tagen komplett eingerüstet und erinnert ein wenig an das einstige Kunstprojekt: Verhüllung des Berliner Reichstages. Doch Kunst gibt es nicht zu entdecken. Vielmehr nimmt die Wohnungsgenossenschaft 1. Mai (WG) rund eine halbe Million Euro in die Hand und saniert das Gebäude. Die Mieter freuen sich.

„Wir wohnen schon seit 40 Jahren hier“, sagen Hiltrud und Peter Rost. Das Ehepaar gehört zu den ersten Mietern, die im August 1981 eingezogen sind. „Bis heute sind wir eine gute Hausgemeinschaft“, sagt Peter Rost. So nehme man auch ein paar Unannehmlichkeiten, die mit der Sanierung verbunden sind, in Kauf. Denn wenn Wände aufgestemmt werden, ist es manchmal laut und schmutzig.

„Wir stellen die Warmwasserversorgung von Gas auf Elektro um“

„Wir stellen die Warmwasserversorgung von Gas auf Elektro um. Auch der Gasherd in der Wohnung wird durch einen elektrischen Herd ausgetauscht“, sagt Karsten Bacza. Und der Vorstandsvorsitzender der Genossenschaft erklärt weiter, der Strom dazu kommt künftig vom Dach des Hauses. Gemeinsam mit den Zeitzer Stadtwerken wird auf diese Weise ein weiteres Mieterstromprojekt realisiert. Übrigens bereits das dritte grüne Projekt der Genossenschaft.

Ein Blick in den Schach mit den Versorgungsleitungen. Lucas Fulczynski legt die Rohrzange an.
Foto: Helga Freund

„Vergleiche ich die Bevölkerungsentwicklungen zwischen Zeitz und Naumburg bin ich verwundert, dass es in Zeitz nicht gelingt, den Rückgang zu stoppen. Naumburg hingegen hat auch im vergangenen Jahr an Einwohnern gewonnen“, sagt Bacza. Denn die Genossenschaft hat auch in Naumburg investiert und neu gebaut. Auch in Zeitz investiert das Unternehmen und baut die neue Wohnanlage „Wilhelmshöhe“.

Auf dem Dach des großen Wohnblocks werden Photovoltaikanlagen installiert

Konkret heißt das, auf dem Dach des großen Wohnblocks werden Photovoltaikanlagen installiert. Die Mieter könnten dann vom grünen Strom profitieren. „Die Stromkosten für unsere Mieter werden um etwa ein bis zwei Cent sinken gegenüber dem bisherigen Preis der Zeitzer Stadtwerke“, verspricht Bacza. Die Sanierung der Bäder ist ein breites Betätigungsfeld für die Mitarbeiter der Firma Heitzmann. „Vom Keller bis zum Dach werden die alten Rohre herausgenommen und neue verlegt“, erklärt Vorarbeiter Lucas Fulczynski. Das sind von unten bis oben mindestens 15 Meter Rohrleitung. Da muss die Gastherme in der Küche entfernt werden, der Versorgungsstrang im Bad geöffnet und die Leitungen ausgewechselt werden.

Bertram Schaller macht im Bad einen neuen so genannten Fliesenspielgel.
Foto: Helga Feund

Etwa eine Woche brauchen die Handwerker für einen Strang mit vier Wohnungen. Danach wird das Bad teilweise gefliest, anschließend folgen die Maler und bessern Schäden aus. Strang für Strang, Wohnung für Wohnung geht es voran. Drei Wohnungen befinden sich auf jeder Etage, macht 56 Wohnungen insgesamt. „Im Zuge der Sanierung bauen wie die Wohnungen in der oberen Etage zurück, so dass es künftig nur noch 35 Wohnungen im Block geben wird“, sagt Karsten Bacza. Die vorhandenen Anschlüsse werden zurückgebaut, die bauliche Substanz bleibt erst einmal erhalten. Bis zum dritten Quartal soll der Block - einschließlich Fassadensanierung - fertig sein. (mz/Yvette Meinhardt)