Für die Sicherheit der Patienten

Personalausfall wegen Quarantäne oder Coronainfektion: SRH-Klinikum in Zeitz erlaubt keine Besucher mehr

Ab Montag greifen zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen im Burgenlandkreis. Es ist eine Reaktion auf weiterhin stetig steigende Infektionszahlen. Doch es gibt einige Ausnahmen.

Von Angelika Andräs und Alexander Kempf 12.11.2021, 12:27 • Aktualisiert: 12.11.2021, 13:00
Das SRH-Klinikum in Zeitz: Ab Montag dürfen es Besucher nur noch in Ausnahmefällen betreten.
Das SRH-Klinikum in Zeitz: Ab Montag dürfen es Besucher nur noch in Ausnahmefällen betreten. Foto: Angelika Andräs

Zeitz/MZ - Die Zuspitzung der Lage in der Coronapandemie hat weitere Folgen: Ab Montag ist das SRH-Klinikum Zeitz für Besucher geschlossen. Angesichts des sprunghaften Anstiegs der Corona-Inzidenz im Burgenlandkreis und bundesweit hat die Geschäftsleitung diese Festlegung getroffen. Außerdem hat das Gesundheitsamt des Burgenlandkreises für alle Kliniken im Kreis ab Montag das generelle Besuchsverbot ausgesprochen.

Besucherverbot im SRH-Klinikum in Zeitz: Jedoch besondere Außnahmen

Ausnahmen von dieser Regelung gibt es nur in sehr wenigen Fällen. So können werdende Väter oder eine andere Begleitperson bei der Geburt und zwei Stunden danach dabeisein. Auch für schwerstkranke Patienten, die im Sterben liegen, kann eine Ausnahme erfolgen. In diesen besonderen Fällen, informiert das Zeitzer Klinikum, sei ein eingeschränkter Besuch in der Regel für eine Person nach vorheriger telefonischer Rücksprache möglich. Unabhängig vom Status als Geimpfter oder Genesener gilt für diese Besucher die tagesaktuelle Testpflicht. Für die Vorlage des negativen Tests sind die Besucher selbst verantwortlich.

Angehörige, die am Donnerstagnachmittag Verwandte im Krankenhaus besuchen wollten, waren sehr traurig darüber, dass es wieder eine solche Festlegung geben muss. „Ich kann es aber trotzdem verstehen“, sagte die Zeitzerin Rena Behrendt. „Uneingeschränkter Besucherverkehr würde alles nur verschlimmern. Aber es ist für die Betroffenen natürlich sehr schmerzhaft.“

„Es gibt in allen Kliniken Personalausfälle, weil Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet werden“

Ehrhard Schmidt aus Gera, der eine Verwandte besuchen wollte, meinte, dass es ja nicht nur in Zeitz zum Besucherstopp komme. „So, wie sich die Zahlen entwickelt haben, war mir das klar. Man will die Risiken minimieren.“ Und auch die Belastung für Ärzte und Pfleger. „Momentan können wir alles in Zeitz noch gut händeln, aber jeder Besucher, der ins Haus kommt, bedeutet auch ein Risiko“, meinte eine Mitarbeiterin aus dem Pflegebereich.

„Besuch ist für jeden Patienten wichtig, aber die Angehörigen müssen sich keine Sorgen machen, wir tun alles für ihre kranken Familienmitglieder.“ Wobei das auch großer Anstrengungen bedarf. „Es gibt in allen Kliniken Personalausfälle, weil Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet werden oder wegen Quarantäne“, bestätigt die Kliniksprecherin Marika Hesse.

Corona-Infizierten auf 1.138 im Burgenlandkreis gestiegen

Das Besuchsverbot für die Krankenhäuser ist nun die dritte Sicherheitsvorkehrung innerhalb von nur wenigen Tagen. Bereits seit Mittwoch dieser Woche müssen sich beispielsweise alle Besucher von Pflegeheimen zuvor auf eine Corona-Infektion testen lassen - unabhängig von ihrem eigenen Impfstatus. Bereits seit Montag gelten zudem verschärfte Testpflichten - zum Beispiel beim Besuch von Gaststättenräumen im Kreis.

Am Donnerstag war die Zahl der derzeit im Landkreis nachweislich mit Corona-Infizierten auf 1.138 Personen gestiegen. Daraus ergab sich eine Sieben-Tage-Inzidenz von 365,45 für den gesamten Kreis. Die Hospitalisierungsrate war zuletzt wieder etwas rückläufig. Insgesamt mussten an diesem Donnerstag 43 Menschen in Krankenhäusern versorgt werden, vier von ihnen befanden sich auf einer Intensivstation.

Besonders viele Infizierte gibt es mit 319 derzeit in Weißenfels

Am Donnerstag musste die Kreisverwaltung zudem über drei weitere Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion informieren. Es handelt sich dabei um zwei Frauen im Alter von 85 und 95 Jahren sowie um einen 60-jährigen Mann aus dem Burgenlandkreis.

In den sieben Tagen zuvor war lediglich ein Todesfall gemeldet worden. Das verdeutlicht, warum die Verantwortlichen des Landkreises nicht ohne Sorge auf weiter steigende Infektionszahlen schauen dürften. Besonders viele Infizierte gibt es mit 319 derzeit in Weißenfels. In Zeitz sind es laut Kreisverwaltung momentan 101.