Dietrich-Bonhoeffer-Straße

Dietrich-Bonhoeffer-Straße in Zeitz: Für soviel Geld wurde der Plattenbau-Komplex versteigert

Berlin/Zeitz - Für 1,65 Millionen Euro ist am Samstag in Berlin der sanierte Plattenbau-Komplex in der Zeitzer Dietrich-Bonhoeffer-Straße 60 bis 63 versteigert worden.

Von Ingmar Höfgen 19.03.2018, 10:06

Für 1,65 Millionen Euro ist am Samstag in Berlin der sanierte Plattenbau-Komplex in der Zeitzer Dietrich-Bonhoeffer-Straße 60 bis 63 versteigert worden. Wer das sechsgeschossige Gebäude erworben hat, blieb für die Öffentlichkeit unbekannt – der Bieter hatte sein Gebot schriftlich abgegeben, aus dem Publikum im Saal wollte anschließend keiner den Arm für einen höheren Preis heben.

Daraufhin erteilte Auktionator Matthias Knake standesgemäß den Zuschlag mit einem Hammer – zum ersten, zum zweiten und zum dritten. Damit entspricht der Kaufpreis etwa dem Neunfachen der Jahresnettomiete des Hauses, die bei der Versteigerung mit rund 178.000 Euro angegeben wurde.

Anlage in Zeitz besteht aus rund 60 Wohnungen

Die aus rund 60 Wohnungen bestehende, voll vermietete Anlage war damit das teuerste Objekt, das beim Auktionshaus Karhausen in Berlin am Samstag auch einen Käufer fand. Insgesamt standen 54 unterschiedlichste Immobilien zum Verkauf – von kleinen bewachsenen Rasenflächen über Ein- und Mehrfamilienhäuser über Bahnhöfe bis hin zu Waldgebieten. Noch hochpreisiger war ein Appartment-Hotel in Dreieich, unweit von Frankfurt/Main. Die dort geforderten 3,95 Millionen Euro brachte aber keiner auf – die Finanzierung habe sich nicht so kurzfristig stemmen lassen, hieß es beim Auktionshaus in Berlin.

Das Mindestgebot für die Zeitzer Wohnanlage hatte bei 1,49 Millionen Euro gelegen, eingebracht worden war das Haus von einer privaten Wohnungsbaugesellschaft. Sie hatte nach eigenen Angaben seit 2017 rund 400.000 Euro in das Haus gesteckt, dabei die Elektrosteigeleitungen erneuert, die Fassade gereinigt und die Balkonbrüstungen überarbeitet. Derzeit würden einzelne Wohnungen auf Wunsch von Familien zusammengelegt, umgebaut und ausgestattet – im Gegenzug sei die Kündigung der Mietverträge für diese Wohnungen für zwei Jahre ausgeschlossen. Dadurch sei die Zahl der Wohnungen im Haus von 72 auf etwa 60 gesunken. (mz)