Weinfest Wittenberg

Weinfest Wittenberg 2016: 10.000 Gäste werden am Wochenende erwartet

Wittenberg - Vom 28. bis 31. Juli wird auf dem Wittenberger Marktplatz das 23. Weinfest gefeiert.

Von Irina Steinmann 26.07.2016, 11:05

Es sieht gut aus, sehr gut sogar: Petrus wird Bacchus wohl beispringen und die Temperaturen ein wenig herunterregeln. Denn bei 30 Grad, da trinkt’s sich schlecht, dito bei Dauerregen. Beides ist nicht in Sicht für die zweite Wochenhälfte.

Da sollte es mit dem Teufel zugehen, wenn nicht auch das 23. Wittenberger Weinfest gelingen würde. Vom 28. bis 31. Juli lädt der Gewerbeverein wieder Freunde (vorrangig) deutscher Weine auf den Marktplatz der Lutherstadt.

19 Stände, das sind in etwa so viele wie im Vorjahr, erwarten die Besucher, darunter sind acht Winzer und Weinhändler, hinzu kommen drei Händler für Weine und Spirituosen, der Rest, ebenfalls acht Anbieter, liefern, wenn man so will, die Unterlage für unbeschwerten Trinkgenuss, die Speisepalette reicht erneut von Langos (definitiv kein Diätessen) über Fisch und Flammkuchen bis hin zu „kulinarischen Köstlichkeiten“, die das Luther-Hotel verspricht, das wie in den Vorjahren mit einem eigenen Stand vertreten ist.

Es wird nicht nur getrunken, auch zur 23. Auflage des Weinfestes gibt es wieder ein musikalisches Begleitprogramm. Bereits um 17 Uhr am Donnerstag beginnt die „Discothek mit DJ Ruhmer“, welcher zwischen 19 und 1 Uhr dann auch den „Tanz zum Weinfest“ beschallt.

Am Freitag läuft von 15 bis 19 Uhr die Discothek „Dance-Party Kemberg“, gefolgt von „Die 2wei“, das ist Tanzmusik mit Livegesang (bis 1 Uhr).

Samstag ist tagsüber wieder Disko (11 bis 19 Uhr), unterbrochen von 15 bis 16.30 Uhr durch „Unterhaltung mit Stefan Schultz“. Und um 19 Uhr beginnt die Party zum Weinfest mit „Burgenländer“ (bis 1 Uhr).

Der Sonntag bietet musikalisch erneut die „Dance-Party Kemberg“, die zwischen 11.30 und 15 Uhr zum Frühschoppen aufspielt und später, 16.30 bis 18 Uhr, auch den Ausklang bestreiten wird. Als ein Programmhöhepunkt am letzten Tag des Weinfestes gilt der Auftritt von Ines Lehmann und den Weinzwergen (15 bis 16.30 Uhr).

Und hier noch einmal die Eckdaten des 23. Wittenberger Weinfestes: 28. Juli, 18 Uhr Eröffnung (18.30 Uhr Vorstellung der Winzer auf dem „Weinsofa“) sowie 31. Juli, 10 Uhr Gottesdienst in der Stadtkirche mit anschließendem Auszug zum Markt und Rebstockpflanzung im Cranachhof Markt 4.

Beibehalten wird anno 2016 das „Weinsofa“, das im Vorjahr erstmals aufgestellt wurde und den einzelnen Winzern am Eröffnungstag die Gelegenheit bietet, sich und ihre Erzeugnisse vorzustellen. Die kleine Talkrunde wird erneut moderiert von Stefan Schultz und beginnt um 18.30 Uhr.

Zu diesem Zeitpunkt wird die offizielle Eröffnung bereits über die Bühne gegangen sein: Um 18 Uhr erwartet Franz Neise, der Vorsitzende des Gewerbevereins, dazu in bewährter Manier die Jessener Weinprinzessin (Sarah Weiner), unseren Luther (Bernhard Naumann) sowie den Bürgermeister (Jochen Kirchner) und den Pfarrer der Stadtkirchengemeinde (Johannes Block).

Die Stadtkirchengemeinde baut ihr Engagement rund um die Rebe in diesem Jahr noch weiter aus. Um 10 Uhr beginnt am Sonntag in der Stadtkirche ein Winzergottesdienst. Zwar habe sich eine komplette Open-air-Veranstaltung nicht realisieren lassen, bedauert Neise, mit dem Auszug der von Stadtwache und Bläsern begleiteten Gottesdienstteilnehmer auf den Markt bekommt die Zusammenarbeit zwischen Kirche, Verein und Winzern aber eine neue Qualität: Jedermann ist dort im Anschluss dann auf ein Glas Wein und zum Gespräch eingeladen.

„Das gemeinsame Anstoßen ist ein Zeichen des Friedens und des wechselseitigen Gesprächs, das für das gesellschaftliche Miteinander unerlässlich ist“, so Pfarrer Block.

Dass Gewerbevereinschef Neise am Wochenende „als zusätzliche Attraktion“ auch den Teufel erwartet, ist vor diesem Hintergrund also halb so schlimm. Im Übrigen wird Heribert Prust aus der Obereisenheimer Höll (sic!), der erstmals in Wittenberg in diese Rolle schlüpft, ja noch begleitet von einer weiteren Weinprinzessin, Marina Prust.

Gut entwickelt haben sich unterdessen die jüngsten Rebstockpflanzungen. Prächtig rankt sich der Wein des Jahres 2014 über den Torbogen im Hof des „Hauses der Geschichte“. Und auch dem Rebstock vom vergangenen Jahr, gepflanzt neben dem Röhrwasser im Hof des Wilhelm-Weber-Hauses scheint es gut zu gehen. Die Rebstockpflanzung ist traditionell ein Höhepunkt am letzten Tag des Festes.

Diesmal pflanzt laut Neise das Weingut Kappel von der Mosel, Schauplatz ist der Cranachhof Markt 4. Und weil mutmaßlich viele Interessierte ohnehin beim Gottesdienstausklang auf dem Markt sind, muss dort auch niemand ungeduldig auf den Pfarrer warten. Gepflanzt wird, wenn die Schar eintrifft. So gegen 11.30 Uhr, wie gehabt. Um den Weg ein wenig länger zu gestalten, werde der Auszug nicht einfach kurz über den Markt zum Cranach-Haus sondern durch die Elbstraße erfolgen.

Etwa 10.000 Gäste hatte das Weinfest im vergangenen Jahr. Und größer soll es auch nicht mehr werden, sagt Heise. Sonst ginge der Charakter verloren. Die Verflechtungen zwischen Wein und Wittenberg nehmen auch so weiter zu: Der Gewerbeverein konnte zwei neue Mitglieder begrüßen, die Weingüter Jung und Gröhl. 113 Mitglieder zählt der Zusammenschluss inzwischen. (mz)