Techno-Party bei Gräfenhainichen Schwere Vorwürfe! Hive-Festival streicht mehrere DJs aus dem Programm
Derzeit gibt es schwerwiegende Vorwürfe gegen einige der weltweit größten DJs der "Hard Techno"-Szene. Etliche deutsche Festivals, darunter auch das Hive in Ferropolis bei Gräfenhainichen, ziehen nun Konsequenzen.

Gräfenhainichen/DUR. – Frieden, Liebe, Zusammenhalt und Respekt sind die vier Grundsätze der Techno- und Rave-Kultur. Doch am vergangenen Wochenende wurden teils schwere Anschuldigungen gegen namenhafte DJs der "Hard Techno"-Szene laut, die diese Grundsätze infrage stellen.
Nun reagiert unter anderem das in Ferropolis bei Gräfenhainichen stattfindende Hive-Festival (Eigenschreibung HIVE).
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Nach Vorwürfen gegen DJ-Größen: Hive-Festival bei Gräfenhainichen wirft Künstler raus
In einem Instagram-Beitrag teilte das Festival mit, dass man sich in der Verantwortung sehe, "vorsorglich zu handeln" und als Festival "ein klares Zeichen zu setzen" – auch wenn aktuell keine abschließenden Ergebnisse zu den Vorwürfen vorliegen würden. Dies bedeute, man "nehme die betreffenden Künstlerinnen und Künstler mit sofortiger Wirkung aus all unseren Line-ups".
Zum Abschluss des Statements weist das Hive-Festival auf die Grundsätze der Rave-Szene hin: "HIVE ist ein sicherer Ort für alle – ein Ort der Freiheit, der Inklusion und des Respekts. Wir werden alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um unsere Werte und unsere Gäste zu schützen." Die Namen der von den Vorwürfen betroffenen Künstler nannte das Festival nicht.
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Auch andere große Festivals und Clubs wie das "Open Beatz" bei Herzogenaurach, das "Elektrisize" bei Düsseldorf oder das "Bootshaus" aus Köln strichen alle Auftritte der betroffenen Künstler. Auch der größte niederländische Hard-Techno-Veranstalter "Verknipt" warf die DJs aus all ihren Line-Ups.
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Übergriffe und Machtmissbrauch: Insider beschuldigt namhafte DJs
Konkret betroffen von den Anschuldigungen sind die französischen DJs "Basswell" und "Shlømo", der deutsche Künstler "Carv" und der amerikanische DJ "Fantasm".
Urheber der Anschuldigungen ist der Instagram-Account @bradnolimit. Der Amerikaner bezeichnet sich selbst als ehemaligen Partner der Management-Agentur "Steer", bei der die betroffenen Künstler unter Vertrag stehen.
In seinen Beiträgen wirft er den Hard-Techno-DJs übergriffiges Verhalten und Machtmissbrauch in etlichen Fällen vor. Dazu teilte der Account unzählige Storys und Chats mit bisher nicht verifizierten Behauptungen. Auch mehrere betroffene Frauen sollen sich in der Zwischenzeit bei dem Amerikaner gemeldet haben.
"Intime Bilder geteilt": So äußern sich die beschuldigten DJs zu den Vorwürfen
Und die beschuldigten DJs? Die reagierten recht unterschiedlich. "Basswell" und "Fantasm", gegen den es bereits in der Vergangenheit ähnliche Berichte aus Frankreich gab, hüllen sich bislang in Schweigen.
Der Frankfurter DJ "Carv" gab in einem Statement sogar zu, dass er in der Vergangenheit in privaten Chats mit "mehreren Frauen" explizite "intime Bilder von sich" geteilt habe. Dies sei zwar mit Zustimmung der Frauen geschehen, jedoch sei er zu der Zeit verheiratet gewesen und habe damit seine Frau betrogen.
Aus diesem Grund wolle er "Verantwortung in seinem realen Leben übernehmen und sein Handeln reflektieren, bevor er erneut in die Öffentlichkeit trete". Eine glasklare Entschuldigung war in dem Statement jedoch nicht zu finden.
Der französische DJ "Shlømo" kündigte in einem langen Statement rechtliche Schritte gegen die Vorwürfe an. Inzwischen löschte er den Post von seinem Instagram-Account aber wieder.