Gab es versuchte Kindesentführung?

Gab es versuchte Kindesentführung?: Polizei sucht Zeugen in Wittenberg - und gibt Tipps

Wie der Polizei am Mittwochnachmittag um 13.49 Uhr mitgeteilt wurde, soll sich zwischen 7 Uhr und 7.05 Uhr in Wittenberg, Am Elbtor, folgender Vorfall ereignet haben: Nach Angaben eines 10-jährigen Jungen habe hinter ihm ein Fahrzeug ...

Wie der Polizei am Mittwochnachmittag um 13.49 Uhr mitgeteilt wurde, soll sich zwischen 7 Uhr und 7.05 Uhr in Wittenberg, Am Elbtor, folgender Vorfall ereignet haben: Nach Angaben eines 10-jährigen Jungen habe hinter ihm ein Fahrzeug gehalten.

Der etwa 60- bis 70-jährige Fahrer soll ihm zunächst zwei Zigaretten und anschließend eine Tüte Gummibärchen hingehalten haben. Danach soll er ein Handzeichen gegeben haben, welches der Junge zum Einsteigen gedeutet habe.

Der Junge habe sich auf nichts eingelassen. Er habe sich weggedreht und entfernt. Der unbekannte Fahrzeugführer soll sein Fahrzeug in der Folge eingeparkt haben. Während des gesamten Geschehens sei nicht gesprochen worden.

In den sozialen Medien kursieren unterdessen Warnungen, dass es eine „versuchte Entführung (…) vor der Grundschule Friedrich Engels“ gegeben haben solle. Die ist Luftlinie rund 600 Meter von der Straße Am Elbtor entfernt.

Die Polizei hat ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Die Ermittlungen dauern an. Außerdem bittet sie mögliche Zeugen, die sachdienliche Hinweise zum Vorfall geben können, sich im Polizeirevier Wittenberg unter der Telefonnummer 03491/4690 oder per E-Mail unter prev-wb@polizei.sachsen-anhalt.de zu melden.

Besorgten Eltern rät das Wittenberger Polizeirevier, mit ihren Kindern zu sprechen. Die Kinder sollten sich nicht mit Fremden unterhalten und angebotene Dinge nicht annehmen. „Wenn sie mit jemandem mitgehen oder in ein Fahrzeug steigen sollen, ganz laut ,Nein‘, ,Ich geh nicht mit‘ oder ,Nein, ich steige nicht ein‘ schreien. Damit kann auch Aufmerksamkeit auf mögliche, in der Nähe befindliche Zeugen, erzeugt werden, welche dann zu Hilfe eilen könnten“, erklärt Reviersprecherin Cornelia Dieke.

Das Schreien sollte dabei auch wirklich mal in einem geschlossenen Raum geübt werden. „Dabei aber dran denken, vorher die Fenster zu schließen, nicht dass es einen falschen Alarm gibt.“

Wegrennen sollten Kinder möglichst immer dorthin, wo viele Menschen sind – also zu einer Bushaltestelle oder in ein Geschäft.

„Sollte ein Fremder ein Kind schon anfassen und irgendwohin ziehen wollen, ganz laut schreien und nach einem Tritt ins Geschlechtsteil sofort wegrennen“, rät die Beamtin. Nach einem solchen Vorfall sollten sich Betroffen unbedingt sofort Eltern, Großeltern Lehrern oder anderen Vertrauenspersonen anvertrauen und umgehend Anzeige bei der Polizei erstatten.

„Nach Möglichkeit sollten sich die Kinder auch das Kennzeichen merken und eine Personenbeschreibung abgeben können. Das kann man zuhause auch regelmäßig im Rollenspiel im Alltag miteinander üben“, erklärt Cornelia Dieke. (mz/red)