Kultur im Simonetti-Haus in Coswig

Damals auf dem Rübenacker

Mit Liedern, deren Texte und Musik ans Herz rühren, überraschen zwei „Newcomer“ im Simonetti-Haus ihr Publikum. Sie ehren auch Charlie Watts.

Von Susanne Pohl
?Katzenmusik? im Coswiger Simonetti-Haus: Diesmal traten Karl Neukauf und Ilka Posin auf.
?Katzenmusik? im Coswiger Simonetti-Haus: Diesmal traten Karl Neukauf und Ilka Posin auf. (Foto: Susanne Pohl)

Coswig - Einen Abend voller Wortspiele und gediegener Musik erlebten die Besucher der dritten „Katzenmusik“ dieses Jahres am vergangenen Freitag im Coswiger Simonetti-Haus. Karl Neukauf und Ilka Posin waren beide das erste Mal dort zu Gast und überraschten das Publikum mit einem Repertoire, bei dem genaues Zuhören Spaß machte.

Mit viel Witz

Karl Neukauf bot als Sänger sowie Gitarren- und Klavier-Virtuose einen Song nach dem anderen mit viel Witz und auch nachdenklichen Tönen. Begleitet wurde er von der Perkussion-Künstlerin Ilka Posin, die das gesamte Spektrum von den ganz zarten Tönen bis hin zum Trommelwirbel beherrscht und einsetzt.

Mit den originellen Texten, zum Beispiel über die Zeit der Ausgangssperre während eines Corona-Lockdowns traf Neukauf genau den Nerv seines Coswiger Publikums, indem er wortkarg den Alltag zwischen „Bett - Bad - Küche, Bett - Bad - Sofa, Bett - Küche - Kühlschrank“ beschreibt. Diese ganz eigene Art der Corona-Bewältigung fand viel Beifall beim Publikum.

Oder auch ein Lied über einen Kneipenbesuch, bei dem sein Gegenüber ein Sprichwörter-Chaos vom Feinsten bis hin zum „ganz schmalen Spagat“ anbietet, wurde bejubelt.

Die prägnanten Texte zu diesen besonderen Liedern, die an diesem Abend präsentiert wurden, schreibt Karl Neukauf selbst und auch die Kompositionen stammen von ihm. Seine Partnerin auf der Bühne hat in vergangenen Jahren ebenfalls das eine oder andere Lied beigesteuert. Ilka Posin beschreibt ihre Zusammenarbeit als „skurriles Duo“.

Sie selbst, aus der Stadt Brandenburg stammend, hat eine Karriere mit Schlager und Country bei einer Mädchenband hinter sich. Er, Neukauf, beschreibt sich in einem seiner herrlich lakonischen Kommentare zwischen den Liedern als braven Sohn, der eine Kindheit in Kassel mit Blockflöten-, Klavier- und Cello-Unterricht erlebte, das meiste aber wohl doch von Johnny Cash gelernt habe. Was beide verbindet, das ist unter anderem die Liebe zu den Rolling Stones, und so ließen sie sich auch eine musikalische Hommage an den unlängst verstorbenen Rolling-Stones-Schlagzeuger Charlie Watts nicht nehmen.

Besonderen Beifall erhielt das Duo aber für das Lied: „Komm wir gehen an die Elbe bis der Sommer wiederkommt“, einschließlich Zitat seiner Tochter: „Der Winter ist schon wieder hinter uns her!“ Wie gut, dass das Publikum mehrere Zugaben erklatschte und die Künstler sich nicht lange bitten ließen. Mit dem Song „Damals auf dem Rübenacker“ war das Finale des im wahrsten Sinne denkwürdigen Abends perfekt.

Die weiteren Pläne

Simonetti-Vorstandsmitglied Volker Riedel bedankte sich herzlich beim Publikum und verwies darauf, dass die Mannschaft des Simonetti-Hauses keine Pause macht. Bereits am Sonnabend, dem 11. September, zur schon legendären Coswiger Lesenacht, ist das Haus eine von zehn Stationen in der Stadt und auch zum „Tag des offenen Denkmals“ am kommenden Sonntag würden die Besucher gern durchs Haus geführt, betont Riedel.

Und dann wäre da noch die nächste „Katzenmusik“ mit Julian Dawson, dem bekannten Singer und Songwriter aus England am 8. Oktober. Der Musiker hatte schon vor zwei Jahren im historischen Festsaal sein Publikum begeistert.