Zirkus

18 Monate Zwangspause in Bergwitz sind für „Brunselli“ vorbei

Nach 18 Monaten Zwangspause in Bergwitz gibt Brunselli die ersten Gastspiele in der Region. Auf Wartenburg folgt Listerfehrda.

Von Ute Otto
Der Brunselli-Nachwuchs zieht schon mit an einem Strang. Der  dreijährige Mason ist  aber nur Statist fürs Foto.
Der Brunselli-Nachwuchs zieht schon mit an einem Strang. Der dreijährige Mason ist aber nur Statist fürs Foto. (Foto: Ute Otto)

Kemberg/Listerfehrda - Nach rund 18 Monaten Corona-Zwangspause in Bergwitz ist Circus Brunselli wieder auf Tournee. Derzeit hat er seine Zelte am Sportplatz in Listerfehrda aufgeschlagen. „Es ging doch alles holterdiepolter“, erklärt Manuela Kaselowsky, die Frau des Zirkusdirektors, warum es bis auf die Plakate entlang der B 187 keine weiteren Ankündigungen gab.

Längerfristig noch vorsichtig

Anfang Juli habe die Stadt Kemberg, die dem aus der Hansestadt Bremen stammenden Familienunternehmen Asyl auf dem Platz am Bergwitzer Strandweg gewährte, mitgeteilt, dass der Platz ab 10. Juli anderweitig benötigt werde. „Da haben wir uns beim Landkreis kundig gemacht und erfahren, dass wir wieder Vorstellungen geben dürfen“, erzählt die 46-Jährige. „Wir haben gleich in den Kommunen ringsum angefragt, wo wir kurzfristig hinkommen können und ruckzuck einen Plan zusammengestellt.“

So dankbar sie den Kembergern respektive Bergwitzern für die Gastfreundschaft seien, und den vielen Menschen im Kreis, die sie beim Spendensammeln nicht abgewiesen hatten: „Wir sind so glücklich, dass wir unser Geld wieder selbst verdienen dürfen“, sagt die Zirkusfrau.

Dem Gastspiel in Listerfehrda folgt am Wochenende darauf eines auf dem Festplatz in Annaburg mit je einer Schau täglich und anschließend, voraussichtlich am 3. und 4. August, sollen ebenfalls zwei Vorstellungen in Axien gegeben werden. Viel länger vorauszuplanen wagten sie gar nicht. „Es kann so schnell wieder vorbei sein.“

„Wir sind ein kleiner Zirkus und gastieren in kleinen Orten“, sagt die Chefin, die nach eigenen Worten „nur noch“ für Technik und Musik zuständig ist. Als Aktive war sie Seil- und Trapezakrobatin. „Sowas macht jetzt der Nachwuchs.“ Enkelchen Mason mit drei Jahren darf schon mitwirken bei manchen Nummern. „Er steht frei auf Opas Händen.“

Clownerie, Akrobatik am Boden und an Seidentüchern sowie Dressuren mit Pferden und Hunden gehören zum Programm. „Es ist für jedes Alter etwas dabei. Unsere Hauptattraktion ist ein Einhorn“, verrät Manuela Kaselowsky. Einhörner - weiß mit buntem Horn - stehen bei Kindergartenkindern hoch in Kurs. Die Kleinen sind es, denen der Zirkus das jüngere Publikum verdankt - die Elterngeneration. Bei den Älteren sind es nicht nur Großeltern, sondern auch Menschen, für die sich mit dem Zauber der Manege Kindheitserinnerungen verbinden.

120 Gäste erlaubt

Vorstellungen in Listerfehrda sind Sonnabend und Sonntag jeweils 15 Uhr. „Wir dürfen aktuell 120 Plätze besetzen“, sagt Manuela Kaselowsky. „Einfach rechtzeitig an der Kasse sein“, rät sie den Neugierigen, die sich schon erkundigten, als die Zirkusleute gerade angereist und noch im Aufbau begriffen waren.

Erster Gastspielort nach der Vorstellung nach der Zwangspause war Wartenburg am 17./18. Juli. „Es war Wahnsinn, das Publikum wieder kommen zu sehen. Und den Applaus wieder zu hören!“, schwärmt die Chefin. „Mein Mann hat schon zum Publikum gesagt: ,So wie Ihnen die Suppe nur mit Salz schmeckt, brauchen wir Zirkusleute den Beifall.’“ (mz)