Von „Gloria“ bis „Gustav Adolf“

Wo es in Weißenfels und Umgebung zum Tag des offenen Denkmals exklusive Einblicke gibt

Beim Tag des offenen Denkmals stehen am Sonntag in und um Weißenfels zahlreiche Türen offen. Was Neugierige dabei beachten müssen.

Von Alexander Kempf
Das alte ?Gloria?-Kino in Weißenfels steht schon seit Jahren leer.
Das alte ?Gloria?-Kino in Weißenfels steht schon seit Jahren leer. (Foto: René Weimer)

Weissenfels/MZ - Die zahlreichen Baudenkmäler in der Stadt machen Weißenfels zu einem Unikat. Am Sonntag, 12. September, können viele von ihnen nicht nur von außen, sondern auch von innen bestaunt werden. Anlässlich des Tages des offenen Denkmals organisieren Kommunen, Kirchen und Vereine verschiedene Führungen und Kulturangebote. Was Liebhaber von Architektur und Geschichte nicht verpassen sollten.

1. Filmpalast Gloria, Merseburger Straße:

Im schon Jahre leerstehenden Kino werden gleich drei Rundgänge angeboten. Diese starten um 9 Uhr, 10 Uhr und 11 Uhr. Für eine Teilnahme ist laut der Stadtverwaltung aber eine vorherige telefonische Anmeldung unter der Nummer 03443/370201 notwendig. Die Führungen sind Teil einer Bürgerbeteiligung. Die Verwaltung will von den Weißenfelsern umsetzbare Nutzungsmöglichkeiten für das Gebäude erfahren. Gerne sind am Sonntag Bürger eingeladen, die sich Nutzung des Glorias ermitteln. Die Veranstaltung am Sonntag richtet sich an jene, die sich aktiv an der Ideenfindung beteiligen wollen. In der kommenden Woche soll dann im Rahmen eines Workshops im Kulturhaus über die künftige Nutzung des Hauses beraten werden. Die präferierten Vorschläge sollen anschließend dem Stadtrat vorgelegt werden und Grundlage für eine Machbarkeitsstudie sein.

2. Kloster Sankt Claren, Rosalskyweg 1:

Das älteste Gebäude der Saalestadt ist zum „Tag des offenen Denkmals“ von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Führungen werden nach Bedarf abgehalten. Der Eintritt ist frei. Außerdem haben Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit, vor Ort Musikstücken zu lauschen, die von Schülerinnen und Schülern der Musikschule „Heinrich Schütz“ vorgetragen werden.

3. Rathaus, Markt 1:

Ein zwanzigminütiges Bläserkonzert hören Gäste um 14.30 Uhr auf dem Weißenfelser Marktplatz. Dort lässt das „Ensemble 8 – tiefes Blech“ aus Halle zwischen Rathaus und Marienkirche Musik erklingen. Organisiert wird die Darbietung vom Heinrich-Schütz-Haus und der Evangelischen Kirchengemeinde.

4. Stadtkirche Sankt Marien, Marienkirchgasse 3:

Hörbar wird Geschichte am Sonntag um 15 Uhr in der Stadtkirche. Dort findet nämlich das Abschlusskonzert zur Festwoche anlässlich der Wiedereinweihung der restaurierten Ladegast-Orgel statt. Das Konzert bestreitet der Leipziger Gewandhaus-- und Merseburger Dom-Organist Michael Schönheit. Der Eintritt beträgt 14 Euro und ermäßigt acht Euro. Veranstalter ist auch in diesem Fall die Evangelische Kirchengemeinde Weißenfels.

5. Heinrich-Schütz-Haus, Nikolaistraße 13:

Woran man erkennt, dass das Heinrich-Schütz-Haus ein Baudenkmal der Renaissance ist, das erfahren Besucher bei Führungen durch das Gebäude am Sonntag. Der Eintritt dafür ist kostenlos. Die Uhrzeiten für den Führungsbeginn sollen noch kurzfristig vorab bekannt gegeben werden, informiert die Stadtverwaltung. Musikliebhaber dürfen sich außerdem noch auf ein Kammerkonzert um 17 Uhr freuen. Dann tritt im Schütz-Haus das Klarinettentrio „Trio Clarino“ auf. Die Veranstaltung steht unter der Überschrift „Denk mal Musik“. Der Eintritt für das Konzert beträgt sieben Euro. Schüler zahlen nur fünf Euro.

6. Museum Schloss Neu-Augustusburg, Zeitzer Straße 4:

Die Räume des Museums über den Dächern der Altstadt sind am Tag des offenen Denkmals von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Alle Ausstellungen wie „Silber von der Saale. Silberschmiedekunst aus Weißenfels“, „Zeha – Tradition und Zeitgeist“ oder auch die Schuhausstellung können von Interessierten kostenfrei besichtigt werden. Auch keinen Eintritt müssen die Weißenfelser und Auswärtige für die stündlichen Führungen durch die Fürstengruft bezahlen. Diese haben sich schon in der Vergangenheit immer großer Beliebtheit erfreut. Im Keller des Schlosses Neu-Augustusburg sind mehrere prunkvolle Särge zu bestaunen.

Kleine Ausflugsziele mit großen Überraschungen

In Kaja (Lützen) steht am Sonntag zwischen 10 und 14 Uhr das Marschall-Ney-Haus an der Lindenstraße 17 offen. Der Vorsitzende des zugehörigen Fördervereins, Peter Mechler, führt die Besucher durch die Dauerausstellung und zeigt neue Exponate rund um den französischen General, der hier in Kaja 1813 kämpfte und von Napoleon einst als „Tapferster der Tapferen“ bezeichnet wurde. Zu seinem Andenken hat Peter Mechler selbst den Marschall aus Pappmaché nachgebaut. Bei gutem Wetter wird das „womöglich größte bewegliche Denkmal Deutschlands“, so Mechler, auf dem Gelände zu sehen sein.

In Meuchen (Lützen) stehen am Tag des offenen Denkmals ab 14 Uhr die Höfe des Dorfes offen und gestatten einen Einblick in die hier einst praktizierten Handwerkskünste, wie etwa das Schmieden oder die Schneiderei. Besonders spannend ist auch ein Besuch in der Gedächtniskirche „Gustav Adolf“. Hier gibt es neben Vorträgen zur Ortsgeschichte auch Einblicke in die Restauration der Kirche. „Die wurde nämlich maßgeblich durch die Meuchener Bürger selbst geleistet, vorangetrieben und finanziert“, sagt Lützens Museumsleiterin, Teresa Schneidewind.

In Großgörschen (Lützen) wird am Sonntag das Dorfmuseum in der Thomas-Müntzer-Straße geöffnet haben. Gleiches gilt für das Lützener Schlossmuseum in der Schlossstraße 4 und die Gustav-Adolf-Gedenkstätte an der Bundesstraße 87.

In Possenhain (Schönburg) lädt am Sonntag die Heimatstube Neugierige ein. Laut einer Ankündigung ist die Einrichtung von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Die Heimatstube befindet sich in unmittelbarer Nähe der Kirche und ist in einem Klassenraum der früheren Grundschule untergebracht. Sie zeigt eine Ausstellung, die die Geschichte des Ortes zeigt – mit Zeitdokumenten und Fotos. Auch Schulexponate, bäuerliche Gerätschaften und eine neue Froschsammlung können besichtigt werden.

In Teuchern findet an der Kirche zwischen 13 und 18 Uhr ein Kirchbergfest statt. Geplant sind ein Trödelmarkt sowie Bastelangebote. Um 15 Uhr soll eine Lesung mit Musik beginnen. Für 17 Uhr ist dann vom Kirchenkreis eine Abendandacht angekündigt worden.