Immer mit vollem Elan

Warum Kita-Leiterin „Anne Frank“ verlässt

Die 44-jährige Steffi Hosemann verlässt die Kita „Anne Frank“ in Weißenfels. In welchem Beruf sie noch einmal durchstarten will.

Von Andrea Hamann-Richter 23.09.2021, 15:30
Steffi Hosemann wird zum Ende des Jahres ihren Arbeitsplatz als Leiterin der  Kita ?Anne Frank? verlassen.
Steffi Hosemann wird zum Ende des Jahres ihren Arbeitsplatz als Leiterin der Kita ?Anne Frank? verlassen. (Foto: Andrea Hamann-Richter)

Weissenfels/MZ - Sie geht mit einem weinenden und einem lachenden Auge - die Rede ist von Steffi Hosemann. Die Leiterin der Weißenfelser Kindertagesstätte „Anne Frank“ verlässt Ende dieses Jahres die Einrichtung. Die 44-Jährige will beruflich noch einmal neu durchstarten: Die Weißenfelserin möchte sich als Fachberaterin und Fortbildungsreferentin selbstständig machen, in sozialen Einrichtungen, und für Kita- und Schulmitarbeiter Kurse geben. Dabei geht es beispielsweise darum, den Fachkräften beizubringen, wie Konflikte gar nicht erst entstehen. Außerdem vermittelt sie, wie Konflikte gelöst werden können.

Mit dieser Idee hatte sie sich schon lange getragen. „Das Gefühl, noch einmal neu anzufangen, wurde dann immer stärker“, sagt die dynamische Mutter zweier Kinder. Leicht wurde ihr die Entscheidung aber nicht gemacht: Schließlich war und ist sie gerne für die 130 Kinder und die 30 Mitarbeiter der Einrichtung zuständig. Die Atmosphäre sei immer harmonisch gewesen, und auf das Team habe sie sich immer verlassen können, sagt sie.

Steffi Hosemann stammt ursprünglich aus Stößen

Auf ihren Weggang aus der Kita hätten die Kollegen, Freunde und Bekannten daher auch unterschiedlich reagiert. Einige seien erstaunt gewesen, dass sie ihre Arbeit, die sie immer mit ganzem Herzen ausübt, nun verlassen möchte. Andere Menschen wiederum hätten gesagt, dass sie damit gerechnet hätten.

Steffi Hosemann stammt ursprünglich aus Stößen, besuchte in diesem Ort auch die Schule und machte später am Agricolagymnasium in Hohenmölsen das Abitur. Anschließend nahm die Frau ein Studium für Sozialpädagogik an der Fachhochschule in Görlitz auf. Danach war sie unter anderem als Dozentin, in der Suchtprävention und in der Altenpflege tätig. Ehrenamtlich engagierte sie sich zudem als Notfallseelsorgerin. Dabei stand sie Menschen in schwierigen Lebenssituationen, beispielsweise nach einem Unglück, zur Seite. Schließlich kam Steffi Hosemann vor neun Jahren zur Kita Anne Frank, wo sie dann auch die Leitung übernahm. Immer war sie mit dem Herzen dabei. Vor allem war es ihr stets wichtig, dass das Team nicht Gefahr lief, irgendwann auf der Stelle zu treten. Fortbildungen, Qualifikationen und stets der kritische Blick auf sich selbst gehörten zum Kita-Alltag dazu - und der nette Umgang mit Menschen.

Nachfolgerin ist noch nicht benannt

Darüber hinaus leitete sie viele Jahre das Kinderferienlager des Deutschen Roten Kreuzes in Altenkirchen auf Rügen. Viele Fotos beweisen, wie viel Spaß die Kinder aus dem Burgenlandkreis dort hatten. Diese Aufgabe hat Steffi Hosemann im Zuge des Umbruches in ihrem Leben auch abgegeben, aber in der Notfallseelsorge wird sie weiterhin tätig sein.

Am 31. Dezember wird offiziell Schluss sein und sie das letzte Mal die Tür ihres Büros in der Kindertagesstätte hinter sich abschließen. Ihre Nachfolgerin ist noch nicht benannt. Bis dahin liegt aber noch viel Arbeit vor Steffi Hosemann. Zum einen sind da bis Jahresende weiterhin die leitenden Aufgaben in der Kita. Zum anderen müsse sie jetzt für das neue Lebensziel viel Theorie büffeln. Aber auch diese Aufgabe geht sie mit vollem Elan an.