Totes Baby aus Weißenfels

Totes Baby aus Weißenfels: Hunderte Frauen sollen jetzt zum DNA-Test

Weißenfels - Bei der Suche nach der Mutter eines in Weißenfels tot entdeckten Säuglings wollen die Ermittler jetzt Gentests einsetzen.

Von Fabian Wölfling 25.08.2017, 17:30

Jetzt sollen Gentests den Fahndungserfolg bringen. Vor vier Monaten erschütterte der Fund eines toten Babys Weißenfels. Der Säugling war auf einem Grundstück an der Zeiter Straße entdeckt worden. Trotz intensiver Ermittlungen konnte die Mutter und mutmaßliche Täterin bis heute nicht gefunden werden. Deshalb kündigte der Naumburger Oberstaatsanwalt Hans Jürgen Neufang nun an, dass in Weißenfels Frauen zur DNA-Reihenuntersuchung eingeladen werden sollen.

Das Baby war am 24. April von einer Frau bei Gartenarbeiten gefunden worden. Es wies Spuren massiver Gewalteinwirkung am Kopf auf. Ermittler der Polizei stellten am Körper der Babyleiche die DNA der Mutter als Fremd-DNA sicher. Damit könnten nun die Ergebnisse des  geplanten Massengentests abgeglichen werden.

Totes Baby in Weißenfels: Öffentlichkeitsaufrufs in der MDR-Sendung „Kripo Live“

Schon Ende Juni hatte die Polizei im Zuge eines Öffentlichkeitsaufrufs in der MDR-Sendung „Kripo Live“ DNA-Tests erwogen. „Bringt uns diese neue Runde in der medialen Arbeit keine neuen Erkenntnisse, dann wird der Staatsanwalt bei Gericht einen DNA-Reihentest beantragen“, sagte Kriminalhauptkommissar Heiko Mosebach damals. Er leitet die sechsköpfige Ermittlungsgruppe der Polizei.

Um die Mutter zu finden, führten  die Kriminalpolizisten bereits mehr als 600 Befragungen in Praxen, Büros und Wohnungen im Umfeld des Fundorts der Babyleiche durch - ohne Erfolg. Trotzdem sind sich die Ermittler sicher, dass die Mutter im Umfeld des Fundorts zu Hause ist. Dafür spreche die Auffindesituation an einem Zaun, der den Garten von einem Fußweg zwischen Selauer und Zeitzer Straße trennt.

Es handelt sich wahrscheinlich um eine Frau, die höchstens 23 Jahre alt ist

„Es handelt sich wahrscheinlich um eine Frau, die höchstens 23 Jahre alt ist, sich noch in der Ausbildung oder einem Studium befindet, in keiner festen Beziehung ist“, umschrieb Mosebach im Juni das Profil der mutmaßlichen Täterin. Er bezog sich dabei auf eine Studie des Landeskriminalamtes Nordrhein-Westfalen, die Kindstötungen untersucht hat. Das Täterprofil grenzt auch die Zielgruppe der nun geplanten DNA-Untersuchung ein.

Laut Kriminalpolizei gibt es in Weißenfels etwa 4.000 Frauen, die in das Profil passen. Bezogen auf die Wohngebiete um den Fundort schätzen die Ermittler die Zahl der passenden Frauen auf 200 bis 300.

Oberstaatsanwalt Neufang ließ offen, wie viele Frauen ihre DNA abgeben sollen, es betreffe aber weit unter 1.000 Frauen. Auch zum Zeitpunkt der Reihenuntersuchung konnte er nichts sagen. (mz)