Streit um Soziale Medien

Streit um Soziale Medien: Braucht Weißenfels eine eigene Facebook-Seite?

Weißenfels - Im Hauptausschuss des Stadtrates gab es am Montagabend nur eine einigermaßen dünne Zustimmung zu einem Facebook-Auftritt der Stadt.

Von Andreas Richter 28.02.2018, 08:19
Das soziale Netzwerk Facebook hat Millionen Nutzer in Deutschland.
Das soziale Netzwerk Facebook hat Millionen Nutzer in Deutschland. dpa-Zentralbild

So richtig reif ist Weißenfels offensichtlich noch nicht für Social Media. Im Hauptausschuss des Stadtrates gab es am Montagabend jedenfalls nur eine einigermaßen dünne Zustimmung zu einem Facebook-Auftritt der Stadt. Acht Stadträte votierten für eine offizielle Facebook-Seite der Stadt, vier votierten dagegen, zwei enthielten sich der Stimme. Die endgültige Entscheidung trifft nun der Stadtrat auf seiner Sitzung am Donnerstag.

Im Hauptausschuss versuchte Katharina Vokoun, bei der Stadt verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit, den Räten eine Facebook-Seite schmackhaft zu machen. Ein erster Versuch war vor knapp drei Jahren gescheitert. Nach Ansicht der Pressesprecherin schöpft die Stadt mit ihrem Internet-Auftritt und der Smartphone-App „Wappfels“ ihr Potenzial nicht aus.

Kann Facebook-Auftritt für Weißenfels genügend gepflegt werden?

Auf Facebook könne man über die bislang einseitige Kommunikation hinaus Kontakt zu den Bürgern aufnehmen. Sie versuchte Zweifel der Räte zu zerstreuen, dass der Facebook-Auftritt der Stadt außerhalb der Sprechzeiten im öffentlichen Dienst, so an den Wochenenden, nicht ausreichend gepflegt und auf Hasskommentare und anderes nicht rechtzeitig reagiert werden kann.

„Der Kanal steht unter Beobachtung“, versicherte Vokoun und sagte, dass die betreffenden Mitarbeiter der Stadt Facebook auch privat nutzen und somit in dienstfreien Zeiten ein Auge auf den offiziellen Auftritt der Stadt haben könnten. „Wir sind vorbereitet und haben keine Angst vor der Meinung der Bürger“, sagte Vokoun.

Teilweise generelle Abneigung gegenüber Facebook bei Stadträten in Weißenfels

Zweifel an der praktischen Umsetzung machte unter anderem Jörg Riemer (CDU/FDP-Fraktion) deutlich und stellte die Frage in den Raum, was eigentlich der Personalrat zu einem solchen Modell sagen würde. Fraktionskollege Manfred Rauner machte aus seiner generellen Abneigung gegenüber Facebook kein Hehl: „Warum brauchen wir das? Auf dieses Niveau möchte ich mich nicht begeben.“

Weit weniger skeptisch zeigte sich hingegen Johannes Kunze (SPD-Fraktion). „Wir sollten es doch erst einmal versuchen“, meinte und er und schlug als Kompromiss vor, den kommunalen Facebook-Auftritt zunächst auf eine halbjährige Probephase zu beschränken. Nach der Empfehlung im Hauptausschuss soll dieser Vorschlag nun im Stadtrat mit abgestimmt werden. (mz)