Leckeres aus der Heimat

Solidarische Landwirtschaft in Langendorf lädt erstmals zum Tag der Regionen ein

Welche Hoffnungen man damit verbindet.

Von Meike Ruppe-Schmidt 11.10.2021, 16:30
Die Kinder der Langendorfer Solawi präsentieren einen Teil der Ernteerträge des Vereins.
Die Kinder der Langendorfer Solawi präsentieren einen Teil der Ernteerträge des Vereins. Foto: Nina Mielke

Langendorf/MZ - Die Solidarische Landwirtschaft (Solawi) in Langendorf lädt am Sonnabend, 16. Oktober, zum Tag der Regionen ein. Das gab Vereinsvorsitzender Jens Mielke gegenüber der MZ bekannt. Besucher sollen die Gelegenheit bekommen, vor Ort das Konzept des Solawi-Vereins kennen zu lernen. Dieses besteht darin, dass eine Gruppe privater Haushalte als Solidargemeinschaft die Gesamtkosten eines landwirtschaftlichen Betriebes trägt und sich im Gegenzug den Ernteertrag teilt.

Regionale Wirtschaftskreisläufe unterstützen

Wie das funktioniert, davon können sich die Besucher an diesem Tag bei Rundgängen und kleine Kostproben der Erzeugnisse ein Bild machen. „Der Tag der Regionen bietet sich dafür an, weil er genau das thematisiert, wofür wir stehen“, so Mielke. „Nämlich regional, sozial und umweltbewusst zu handeln.“ Die seit 1999 jährlich stattfindende deutschlandweite Aktion des Tags der Regionen soll zudem darauf hinweisen, wie nachhaltig es ist, mit bewussten Kaufentscheidungen Regionalkultur zu unterstützen.

„Diese regionalen Wirtschaftskreisläufe wollen wir als Verein unterstützen.“ Zugleich sei es die erste öffentliche Veranstaltung, welche die Solawi auf dem Vereinsgelände in Langendorf durchführt. „Corona hat uns in dieser Hinsicht lange Zeit einen Strich durch die Rechnung gemacht“, sagt Mielke. Jetzt seien solche Veranstaltungen unter Berücksichtigung eines Hygienekonzepts und mit vorheriger Anmeldung durchführbar.

Bildung: Naturwanderung mit Kindern geplant

Vor zwei Jahren hatte sich der Solawi-Verein in Langendorf gegründet und verfügt inzwischen über rund 40 Mitglieder. Auf einer Fläche von knapp einem Hektar werden Kartoffeln, Salat, Zwiebeln und viele andere Gemüsesorten biologisch angebaut. „Unser Ziel ist es, diese nachhaltige Form der Lebensmittelerzeugung auch der jungen Generation näher zu bringen“, so Mielke.

Dazu sei man jetzt beispielsweise eine Kooperation mit der Christophorus-Förderschule des CJD in Weißenfels eingegangen. „Mit den Kindern der 2. und 3. Klasse ist im Oktober eine erste Naturwanderung geplant, die auf unserem Vereinsgelände ausklingen soll.“ Außerdem bereite man sich auf das Erntedankfest am 30. Oktober vor, zu dem man ebenfalls alle Interessenten einlade. Bei dem Fest werden bei Kaffee und Kuchen unter anderem Kürbisschnitzen und Naturbasteleien stattfinden.

Solidarische Landwirtschaft erlebt einen Boom in Deutschland

„Wir möchten mit unserem Engagement die Öffentlichkeit sensibilisieren, auf regional und ökologisch angebaute Lebensmittel zurück zu greifen“, so Mielke. Wünschenswert sei es darum, dass im Burgenlandkreises weitere Solawis entstehen. „Wir hoffen, dass wir eine Inspiration sein können für andere Menschen, die sich in dieser Hinsicht engagieren möchten und wir würden mit unserem Know-how zur Verfügung stehen.“

Deutschlandweit gibt es das Konzept der Solawi seit den 70er Jahren. In den letzten zehn Jahren erlebte die Bewegung jedoch einen Boom. Laut Landwirtschaftskammer hat sich die Zahl der Solawis allein zwischen 2015 und 2017 verdoppelt. Aktuell gibt das Netzwerk Solawi knapp 300 Standorte in Deutschland an. „Das zeigt, dass es einen deutlichen Trend hin zu einer ökologisch nachhaltigen Ernährung gibt“, so Mielke.

„Darum wünschen wir uns eine politische Weichenstellung dafür, das Landwirtschaft insgesamt ökologisch nachhaltiger agiert.“ Auf diese Unterstützung hoffe man darum auch im Rahmen der Veranstaltung am 16. Oktober, zu der sich die Weißenfelser Landtagsabgeordnete Elke Simon-Kuch (CDU) und der Bundestagsabgeordnete Dieter Stier (CDU) angekündigt haben.

Tag der Regionen am 16. Oktober von 9 bis 16 Uhr in der Solawi Langendorf, Obergreislauer Str. 2. Anmeldungen erbeten per E-Mail an: j.mielke@solawi-langendorf.de oder telefonisch unter 0171/7621138.