Säumige Mieter

Säumige Mieter: Wie es bei den Vermietern in Weißenfels aussieht

Weißenfels - Beim kommunalen Weißenfelser Unternehmen zahlen nicht alle pünktlich. Derweil ist die Situation bei anderen Vermietern deutlich entspannter.

Von Andreas Richter 05.02.2019, 06:00

Mieter der Wohnungsbau Wohnungsverwaltung Weißenfels GmbH (WVW) haben derzeit bei ihrem Vermieter Schulden in einer Gesamthöhe von rund 420.000 Euro. Darüber hat WVW-Geschäftsführerin Kathleen Schechowiak auf MZ-Anfrage informiert. Diese Summe sei über mehrere Jahre aufgelaufen. Im Jahr 2018 stehen 124.000 Euro Mietschulden zu Buche. Das sind laut Schechowiak 0,8 Prozent der Jahreseinnahmen über die Bruttowarmmiete in Höhe von 15,6 Millionen Euro..

„Die Zahlungsmoral ist besonders bei Mietern zwischen 20 und 30 Jahren in einigen Fällen schlecht“, sagte Schechowiak. Seit vier Jahren beschäftigen sich bei der WVW zwei Mitarbeiter ausschließlich mit dem Mahn- und Klagewesen. Wenn die Miete nicht pünktlich gezahlt wird, dann erhält der Mieter zunächst eine schriftliche Zahlungsaufforderung. Im zweiten Monat sprechen WVW-Mitarbeiter persönlich bei den Säumigen vor. Im dritten oder spätestens vierten Monat folgt die fristlose Kündigung. Wie Schechowiak weiter informierte, muss die WVW jedes Jahr in 15 bis 20 Fällen zum ultimativen Mittel, der Zwangsräumung einer Wohnung, greifen.

WVW: „Wenn Mieter finanzielle Probleme haben, dann bieten wir unsere Unterstützung an“

„Wenn Mieter finanzielle Probleme haben, dann bieten wir unsere Unterstützung an“, versichert die Chefin. So werden zum Teil über mehrere Jahre geltende Vereinbarungen über Ratenzahlungen, abgeschlossen. Es gebe allerdings auch Fälle, bei denen selbst die Raten nicht pünktlich gezahlt werden.

Die WVW ist der größte Wohnungsvermieter in Weißenfels. Knapp 3.000 Wohnungen können vermietet werden. Davon stehen gegenwärtig etwa 19 Prozent leer. Während bei der kommunalen Wohnungsgesellschaft nicht unerhebliche Mietschulden zu verzeichnen sind, ist die Situation bei der Wohnungsbaugenossenschaft Weißenfels/Saale (WBG), die immerhin auch rund 2.300 Wohnungen in ihrem Bestand hat, deutlich entspannter. „Die Zahlungsmoral unserer Mitglieder ist sehr gut. Es gibt nur einzelne Fälle, bei denen die Miete nicht pünktlich gezahlt wird“, so René Doll, Vorstand der Genossenschaft.

WBG: Gesamtumfang der Mietschulden bewegt sich auf einem konstant niedrigen Niveau

Der Gesamtumfang der Mietschulden bewege sich in den letzten Jahren auf einem konstant niedrigen Niveau in Höhe von rund 20.000 Euro. Zwangsräumungen habe es in den vergangenen beiden Jahren nicht gegeben, lediglich drei vollzogene fristlose Kündigungen der Genossenschaft. In den meisten Fällen habe man diese ultimative Maßnahme durch Vereinbarungen mit dem Mieter, etwa über Ratenzahlungen oder den Umzug in eine kleinere Wohnung, abwenden können. Aufgrund des relativ geringen Umfangs der Mietschulden gebe es keine separate Stelle für das Mahnwesen.

„Mietschulden sind aktuell kein Thema, das uns Bauchschmerzen bereitet“, sagt Ronald Luckanus, Geschäftsführer der Wobau Hohenmölsen GmbH. Den Schuldenstand bezifferte er auf einige tausend Euro. Mit knapp 1.000 Wohnungen hat die Wobau etwa ein Drittel des Wohnungsbestandes der Weißenfelser WVW. „Je größer der Vermieter, umso anonymer ist das Geschäft“, meint Luckanus zu den aktuellen Problemen bei den Nachbarn in der Saalestadt. (mz)