Belehrung und Schilder ignoriert

Rettungseinatz in Weißenfels: Familie auf der Saale in Lebensgefahr

Weißenfels - Schreckmoment in Weißenfels: Eltern und Kind saßen kurz vor dem Wehr fest. Feuerwehr rückt mit Großaufgebot aus und rettet sie.

Von Andrea Hamann-Richter

Schreck in den Nachmittagsstunden am Sonntag. Gegen 15.45 Uhr geht bei der Feuerwehr Weißenfels der Notruf ein, dass ein Boot auf der Saale in Not ist. In ihm befinden sich zwei Erwachsene und ein Kind. Das kleine Motorboot hat sich wenige Meter vor dem Wehr, nahe der Markwerbener Straße festgesetzt. Es droht zu kentern.

Die Feuerwehr startet mit einem Großaufgebot. Ein Trupp macht sich mit dem großen Einsatzboot auf zu den Badanlagen. Dort wird es an der Slipanlage zu Wasser gelassen und begibt sich zum Einsatzort. Die anderen Wehrleute fahren direkt dorthin und nähern sich mit Paddelbooten den Personen. „Es handelte sich dabei um Eltern und ein Kind“, so der stellvertretende Stadtwehrleiter Steve Homberg.

Gefährliche Situattion auf der Saale: Eltern trugen keine Schwimmwesten

Das Alter des Kindes wird auf etwa acht Jahre geschätzt. Was auffällt: Nur dieses trägt eine der vom Bootsverleih mitgegebenen Schwimmwesten. Die zwei anderen liegen unbenutzt herum. Sie müssen umgehend angezogen werden. Das Boot sitzt auf einer Sandbank fest.

Ein Feuerwehrmann begibt sich im Schutzanzug wegen kühler Temperaturen ins Wasser und läuft hin. Er schafft es nach und nach, das Boot locker zu machen. Das große Rettungsboot kommt zum Einsatz. Zwischen ihm und dem Motorboot wird eine Seilverbindung geschaffen und es wird schließlich zum Verleih zurückgeschleppt. Alle sind erleichtert, dass die Familie mit einem großen Schreck davongekommen ist.

In Seenot auf der Saale: Für die Familie wird die Rettung teuer

Aber es wird ein sehr teurer Ausflug werden. Die Polizei wird gegen die Eltern eine Ordnungswidrigkeitsanzeige stellen. Außerdem müssen sie den Einsatz der Feuerwehr zahlen. Homberg schätzt, dass es bei diesem Aufgebot zwischen 700 bis 1.000 Euro sein können. Hinzu kommt noch die Schadensregulierung am Boot. Aber die Eltern tragen an diesem Drama die Verantwortung. Sie waren mit dem Boot dort unterwegs gewesen, wo es verboten ist, worüber sie belehrt wurden und wo extra Schilder stehen. (mz)