Eine Portion Gelassenheit

Ohne Hund ist Schund - Warum Weißenfelserin „Deutsch Kurzhaar“ züchtet?

Die Weißenfelserin Nicole Heinecke züchtet die Rasse Deutsch Kurzhaar für den Jagdgebrauch. Worauf es dabei ankommt.

Von Franz Ruch
Nicole Heinecke mit ihren beiden Deutsch-Kurzhaar-Hunden, der dreijährigen Astra (links) und der achtjährigen Fanni.
Nicole Heinecke mit ihren beiden Deutsch-Kurzhaar-Hunden, der dreijährigen Astra (links) und der achtjährigen Fanni. (Foto: Franz Ruch)

Weissenfels/MZ - „Um für die Zucht geeignet zu sein, müssen Hunde einiges mitbringen“, sagt Nicole Heinecke. Nicht jeder Jagdhund sei auch gleichzeitig ein guter Zuchthund. Bei der dreijährigen Deutsch-Kurzhaar-Hündin Astra mit dem Schwarzschimmel-Fell passt aber beides. Es sind alle Anlagen vorhanden, auf die es auch bei der Jagd ankommt: „Sie ist ruhig und bringt eine Portion Gelassenheit mit, was sehr wichtig ist, wenn im Wald geschossen wird. Außerdem hat sie eine ausgeprägte Wasserpassion und nicht zuletzt eine sehr gute Nase“, sagt Nicole Heinecke.

Astra ist die aktuelle Zuchthündin der 34-jährigen Weißenfelserin. Nicole Heinecke ist momentan auf der Suche nach einem Deckrüden für ihre junge Hundedame. „Bis November muss einer gefunden sein“, sagt sie. Dann komme Astra in die sogenannte Hitze, also die buchstäbliche heiße Phase von ungefähr drei Wochen, in denen Hündinnen läufig und deckbereit sind.

Einen geeigneten Deckrüden zu finden, sei dabei gar nicht so einfach. Nicole Heinecke sucht im Internet auf Verbandswebseiten, in Zuchtprogrammen oder versucht, über Mundpropaganda Kontakte aufzubauen. Ist ein passender Rüde ausgekundschaftet, fährt sie ins Revier und schaut sich das Tier in der Natur an. „Nur so kann man erkennen, ob die Hunde ruhig und entspannt sind“, sagt sie. Je nach Angebotslage habe es sie für einen solchen Trip auch schon mal bis in die Schweiz verschlagen.

„Auf den Hund gekommen“

„Auf den Hund gekommen“ ist Nicole Heinecke mit 16 Jahren, als sie mit einem Magyar Vizsla ihren ersten Jagdhund bekam. Einige Jahre später folgte dann der Jagdschein. „Um den Hund in seiner spezifischen Rasse auch fördern zu können“, sagt sie. Denn ein Jagdhund sei, wie der Name es nahelegt, am besten bei der Jagd aufgehoben. Der Schulterschluss folgte dann vor zwei Jahren, als Nicole Heinecke sich zur „Hundetrainerin im jagdlichen Gebrauch“ ausbilden ließ und seitdem die hiesigen Gespanne aus Jäger und Jagdhund für den Einsatz im Revier fit macht. In Sachsen-Anhalt sind ausgebildete Vierbeiner bei der Jagd vorgeschrieben, was die Züchterin auch gut findet. „Denn Jagd ohne Hund ist Schund.“

Ursprünglich habe Nicole Heinecke mal Bäckerin gelernt und so auch zwölf Jahre lang ihre Brötchen gebacken und verdient. „Doch dann kam mir eine Mehlstauballergie dazwischen“, sagt sie. Seitdem bestreitet die zweifache Mutter ihren Lebensunterhalt mit der Hundezucht und -ausbildung. Eine Hündin wirft einmal im Jahr. „Wenn es gut läuft, mit acht Welpen. Aber es können auch weniger sein“, sagt sie. Für einen Welpen bekomme sie durchschnittlich 1.200 Euro. Eigentlich zu wenig für das, was alles investiert werden muss, findet Nicole Heinecke. Denn von der Röntgendiagnostik über den Leistungsnachweis bis zur Alterszuchtprüfung müsse bei der Zucht auch einiges an Geld investiert werden.