Nach Brand im Dachstuhl

Nach Brand im Dachstuhl: Trommelfabrik soll trotzdem saniert werden

Weißenfels - Feuerwehreinsatz in der ehemaligen Trommelfabrik. In dem Dachstuhl ist Donnerstagnachmittag ein Brand ausgebrochen. In elf Einsatzfahrzeugen rücken die Feuerwehrleute an. Mit dem Bootshaken durchstoßen die Einsatzkräfte von einer Drehleiter aus das Dach des Gebäudes, um die Flammen im Inneren zu löschen. Leichte Probleme gab es mit der Wasserversorgung. Der stellvertretende Stadtwehrleiter Steve Homberg kümmert sich darum, dass die Anschlüsse am Hydranten ordentlich sitzen. Wasser ...

Von Jan Iven 19.08.2016, 12:42

Feuerwehreinsatz in der ehemaligen Trommelfabrik. In dem Dachstuhl ist Donnerstagnachmittag ein Brand ausgebrochen. In elf Einsatzfahrzeugen rücken die Feuerwehrleute an. Mit dem Bootshaken durchstoßen die Einsatzkräfte von einer Drehleiter aus das Dach des Gebäudes, um die Flammen im Inneren zu löschen. Leichte Probleme gab es mit der Wasserversorgung. Der stellvertretende Stadtwehrleiter Steve Homberg kümmert sich darum, dass die Anschlüsse am Hydranten ordentlich sitzen. Wasser marsch.

Ausgerechnet die Trommelfabrik, in der zuletzt die Aufräumarbeiten begonnen haben. In der MZ hatte der verantwortliche Projektleiter angekündigt, dass ein Investor das marode Gebäude zu neuem Leben erwecken will. Für fünf Millionen Euro soll dort demnach ein Kulturzentrum entstehen, mit Restaurant, Hotel und Dampfbad. Für viele Weißenfelser klingt das Projekt fast zu gut, um wahr zu sein.

38 Feuerwehrleute im Einsatz

Schnell kriegen die Feuerwehrleute das Feuer unter Kontrolle. 38 Kräfte aus Weißenfels, Langendorf, Markwerben, Reichardtswerben, Borau und Langendorf sind bei dem Einsatz vor Ort. Am späten Nachmittag rücken die ersten Wehren wieder ab. Die Weißenfelser sichern die Einsatzstelle und suchen nach letzten Glutnestern.

Doch wie konnte es überhaupt zu dem Feuer kommen? Zumal am Donnerstagnachmittag sogar Bauarbeiter vor Ort waren, um die ehemalige Trommelfabrik von Schutt zu beräumen. Noch am selben Tag sollen die Brandermittler ihre Arbeit aufnehmen, sagt ein Polizeisprecher. Gerüchte machen die Runde. Demnach sollen in dem maroden Schornstein illegal Holzabfälle verbrannt worden sein, bis die Flammen auf das Dach des Gebäudes übergegriffen haben.

Illegal Holzabfälle verbrannt?

Doch Projektleiter Jalal Doghaim, der an diesem Tag ebenfalls vor Ort ist, weist die Gerüchte zurück. „Wir sortieren die verschiedenen Abfallstoffe ordentlich und transportieren sie in Containern zur Entsorgung fort“, sagt er. Tatsächlich lagern hinter der alten Trommelfabrik verschiedene Materialien wie Metalle, Schutt und Holz auf unterschiedlichen Haufen und zum Teil in Müllcontainern. Die Bauarbeiter hätten an diesem Tag vor der Trommelfabrik ihre Pause gemacht, als sie plötzlich einen Brandgeruch bemerkt hätten. Als sie daraufhin das Feuer bemerkten, hätten sie sofort die Feuerwehr gerufen.

Projektleiter Doghaim berichtet, dass in den vergangenen Wochen ein Loch in den Zaun geschnitten wurde, den die Bauarbeiter um das Areal errichtet hatten. Offenbar würden sich immer wieder Fremde unbefugt auf dem Gelände herumtreiben. „Uns wurden bereits Werkzeuge und Kabel gestohlen. Deswegen bewahren wir das Material nun außerhalb auf.“

Kulturzentrum soll errichtet werden

Und noch während die Feuerwehr vor Ort im Einsatz ist, schwärmt der Projektleiter wieder von dem geplanten Kulturzentrum. „Wir sind überzeugt, dass auch viele Leute aus der ganzen Region herkommen werden“, sagt Doghaim. „Allerdings haben wir festgestellt, dass viele Weißenfelser selber nicht so richtig an die Möglichkeiten ihrer Stadt glauben.“

Und dann versichert er noch einmal, dass in der Trommelfabrik keine Moschee entstehen soll. Selbst wenn der inzwischen in Kanada lebende Investor ursprünglich aus Libyen stammt. Und trotz des Feuers glaubt der Projektleiter weiterhin an den Erfolg des neuen Kulturzentrums. „So schnell geben wir nicht auf“, sagt er. (mz)