Mehr Platz für Abfälle

Mehr Platz für Abfälle: Recyclingfirma Cortek will investieren - mit Kompromissen

Weißenfels - Die Recyclingfirma Cortek will auf ihrem Gelände in Weißenfels investieren. Was das mit dem geplanten Bau einer Umgehungsstraße zu tun hat.

Von Andreas Richter 09.02.2019, 14:00

Die Weißenfelser Recycling- und Entsorgungsfirma Cortek plant in diesem Jahr Umbauten an ihrem Standort in der Johann-Reis-Straße. Das hat Geschäftsführer Bernd Uhlig bestätigt. Hintergrund ist die im August 2017 in Kraft getretene Novelle der Gewerbeabfallverordnung. Diese beinhaltet unter anderem strengere Vorgaben bei der Trennung von Bau- und Siedlungsabfällen. Das Gesetz sieht vor, dass gewerbliche Siedlungsabfälle bereits am Ort der Entstehung getrennt und sortenrein erfasst werden müssen.

„Es gibt Betriebe, die können der Sortierpflicht auf ihrem Gelände nicht nachkommen. Dann ist eine Abfallsortieranlage wie die unsrige eine Alternative“, erklärt Uhlig. Um für die Anforderungen der Gewerbeabfallverordnung gerüstet zu sein, muss Cortek nun jedoch seine Abfallsortieranlage umrüsten. „Wir müssen die technischen Voraussetzungen schaffen, damit wir alle Stoffe entsprechend der Gewerbeabfallverordnung aufnehmen können“, erklärt Uhlig.

Cortek in Weißenfels: Zusätzliche Halle, in der Pappe und Kunststoff mit einer Ballenpresse bearbeitet werden

So will Cortek Trenn- und Zerkleinerungstechnik zum Teil erneuern und die Lagerkapazität für nichtgefährliche Stoffe wie Glas, Altreifen oder Grünschnitt erhöhen. Eine zusätzliche Halle ist geplant, in der Pappe und Kunststoff mit einer Ballenpresse bearbeitet werden können. Für gefährliche Abfälle soll ein Zwischenlager in Containern entstehen. Die Lagermenge ist auf 49,9 Tonnen begrenzt.

„Die Planungen in dem langwierigen Verfahren laufen seit zwei Jahren“, berichtet Bernd Uhlig, seit 1997 Geschäftsführer bei Cortek. Mit einer Genehmigung des Vorhabens durch das Landesverwaltungsamt rechnet der Chef in den nächsten Wochen. Der Weißenfelser Stadtrat hatte den geplanten Änderungen bereits im Dezember mit deutlicher Mehrheit zugestimmt und eine entsprechende Stellungnahme an die Landesbehörde übermittelt.

Areal bei Cortek liegt auf Vorbehaltsfläche für den Bau einer südlichen Weißenfelser Ortsumgehung

Mindestens eine Vorgabe hatten die Stadträte jedoch. Denn ein kleiner Teil des für die Umbauten vorgesehenen Areals bei Cortek liegt auf einer Vorbehaltsfläche für den Bau einer südlichen Weißenfelser Ortsumgehung. Deshalb musste sich das Unternehmen verpflichten, seine Anlagen auf eigene Kosten wieder zurückzubauen, sollte die Ortsumfahrung später tatsächlich über einen Teil des Firmengeländes verlaufen. Der Bau der Straße ist im Bundesverkehrswegeplan 2030 als dringender Bedarf eingestuft.

Für Geschäftsführer Uhlig ist die Forderung der Stadträte indes kein Problem. „Auf der Freihaltezone befindet sich eine Abstellfläche für Container und Fahrzeuge, also kein Gebäude“, sagte er. Zudem deute sich an, dass die künftige Trasse der Ortsumfahrung möglicherweise überhaupt nicht mehr über das Firmengelände führt.

Cortek hat seit 1994 seinen Standort in der Johann-Reis-Straße in unmittelbarer Nähe zum Weißenfelser Kompostwerk. Im Jahr 2015 hat der Entsorgungskonzern Remondis aus dem nordrhein-westfälischen Lünen Cortek übernommen. Die Firma hat derzeit 53 Beschäftigte. Das Unternehmen, zu dem auch Standorte in Zeitz und Schkopau gehören, sortiert den Sperrmüll aus dem gesamten Burgenlandkreis. Das sind nach Angaben des Betriebes jährlich jeweils rund 8.000 Tonnen. (mz)