Neuerscheinung

Martin Wimmer veröffentlicht Weißenfels im Buch

Gebürtige Weißenfelser Martin Wimmer hat zwölf literarische Texte über die Saalestadt verfasst. Wie er seine alte Heimat sieht.

Von Andreas Richter 20.10.2021, 06:45
Martin Wimmer, hier vor dem Rathaus,  hat in seinem  Buch „Felsenweiß“ zwölf Geschichten über Weißenfels aufgeschrieben.
Martin Wimmer, hier vor dem Rathaus, hat in seinem Buch „Felsenweiß“ zwölf Geschichten über Weißenfels aufgeschrieben. Foto: Andreas Richter

Weissenfels/MZ - Ein wenig versteckt steht er schon, der Mops unterhalb der Herzoglichen Weinterrassen in einer Baulücke im Weißenfelser Zentrum. Doch jetzt hat einer die schwergewichtige Plastik etwas mehr ins Licht der Öffentlichkeit gerückt. Ein Text über den „Mops mit dem Wollschal“ ist eine von zwölf literarischen Proben des ehemaligen Weißenfelsers Martin Wimmer, die jetzt unter dem Titel „Felsenweiß“ im Verlag Ille & Riemer erschienen sind.

„In dem Buch sind stilistisch ganz unterschiedliche Texte zusammengefasst - von witzig bis nachdenklich-philosophisch“, sagt Wimmer über seine Veröffentlichung. Immer gibt es darin einen Bezug zu Weißenfels, zu Menschen, deren Reise nach oder durch die Saalestadt führt. Am Ende des Buches steht ein „Felsengespräch“, ein Dialog zwischen dem weißen Felsen und dem Schusterjungen.

Aufgewachsen in Weißenfels, lebt Wimmer, der in wenigen Tagen 30 Jahre alt wird, heute in Berlin. Er hat Kultur- und Medienpädagogik in Merseburg studiert, ging später nach Mainz und schließlich nach Berlin zum Studium der Theaterwissenschaften. Immer wieder zieht es Wimmer aber auch in die Saalestadt, zu Verwandten und Freunden. Mehrere Jahre nachdem er Weißenfels verlassen hatte, reifte die Idee, ein Buch über seine alte Heimatstadt zu schreiben. „Man bekommt aus der Distanz einen neuen Blick auf die Stadt“, sagt Wimmer. Auf eine Stadt, die der ehemalige Bewohner differenziert betrachtet. „Aus wissenschaftlicher Sicht ist die Stadt sehr interessant“, sagt Wimmer. Seine private und berufliche Perspektive sieht er jedoch in Berlin. „Ich habe der Stadt Weißenfels nicht viel zu bieten, aber sie mir auch nicht“, sagt der Theaterwissenschaftler.

Dass er jetzt zur ersten Präsentation seines neuen Buches „Felsenweiß“ zum Kunstprojekt Brand-Sanierung in die Weißenfelser Novalisstraße eingeladen wurde, hat er dabei wesentlich der hiesigen Grafikerin Christina Simon zu verdanken. Die Vorsitzende des Vereins Brand-Sanierung war es auch, die den Kontakt zu Christina Wildgrube und Pauline Franz hergestellt hat, die Layout und Illustration des Buches übernommen haben.

Bei aller Distanz wird die Stadt am weißen Felsen den jungen Theaterwissenschaftler auch künftig nicht loslassen. Hat er doch gerade mit seiner Doktorarbeit zum Thema Amateurtheater begonnen. „Ich will untersuchen, inwieweit Amateurtheater die Identität einer Stadt abbilden kann“, sagt Wimmer. Neben Mainz und Berlin-Zehlendorf hat er Weißenfels als Ort seiner Untersuchungen auserkoren. „Ich will so viel wie möglich in Weißenfels machen“, sagt Wimmer und bedauert, dass er 2019 keine Gelegenheit hatte, die Aufführungen des Theaters „Das letzte Kleinod“ im leerstehenden Intex-Gebäude hinter dem Bahnhof zu erleben. Stoff für seine Recherchen sieht er in Weißenfels aber genug. Beim Verein music art oder beim Gästeführerverein, dessen Akteure bei ihren Führungen immer wieder auch in historische Rollen schlüpfen. Oder beim Verein „Kulturphönix“, dessen Mitglied Wimmer selbst einmal war.