Kloster St. Claren in Weißenfels

Kloster St. Claren in Weißenfels: Der Traum von der Herberge

Weißenfels - Weißenfelser Verein will das 700 Jahre alte Gemäuer mehr beleben. Was das Heinrich-Schütz-Haus damit zu tun hat.

Von Andrea Hamann-Richter 02.03.2018, 10:00

Wie geht es weiter mit dem Kloster St. Claren in Weißenfels? Diese Frage stellt sich für den Bürgerverein auch in diesem Jahr wieder. Und sie ist drängender geworden, nachdem es für das Heinrich-Schütz-Haus in Weißenfels die Vision gibt, die Stadt als bekannten Treffpunkt deutscher und internationaler Chöre zu etablieren. Sie ist zentraler Bestandteil eines Kommunikationskonzepts des Schütz-Hauses.

„Wir müssen mit der Stadt nach neuen Wegen suchen, um es nicht nur am Wochenende zu nutzen“, sagt Eberhard Scheuer. Er ist der stellvertretende Vorsitzende des Klostervereins.

Kloster St. Claren für Musikprojekte der Schüler des nahegelegenen Goethe-Gymnasiums?

Die ursprüngliche Vision, im Kloster Chören von Freitag bis Sonntag die Möglichkeit zu geben, in den sanierten Räumen zu musizieren, zu proben und zu übernachten, ist beim Weißenfelser Oberbürgermeister Robby Risch (parteilos) in der Vergangenheit immer wieder auf Skepsis gestoßen. Deshalb haben die Vereinsmitglieder Ideen weiterentwickelt, um das ursprüngliche Konzept auszuweiten. Die Idee: Es könnten Räume so umgebaut werden, dass sie für Musikprojekte der Schüler des nahegelegenen Goethe-Gymnasiums genutzt werden könnten.

Außerdem könnte die Weißenfelser Musikschule in dem alten Gemäuer untergebracht werden. Ein Tonstudio wäre dort auch richtig platziert. Dann könnten die Chöre ihr Programm sogar noch aufzeichnen. So wäre das Kloster nach Meinung der Vereinsmitglieder auch im Laufe der Woche zu bewirtschaften. Und an den Wochenenden könnten sich dann Chöre einquartieren, die im Heinrich-Schütz-Haus zu Gast sind. Bereits im Vorjahr hatte der Klosterverein die Idee der Herberge für Chöre und Klangkörper vorgestellt.

Selbst eine im Jahr 2016 vorgelegte Wirtschaftlichkeitsrechnung, die davon ausgeht, dass eine solche Herberge im Kloster St. Claren aus wirtschaftlicher Sicht wenig sinnvoll ist, schreckte die Vereinsmitglieder nicht davon ab, an ihrer Vision festzuhalten. Jetzt, da das Papier für eine bessere Vermarktung des Heinrich-Schütz-Hauses vorliegt, könnte das Kloster-Konzept von der Herberge für Musiker neue Nahrung erhalten. (mz)