Idee für Weißenfels

Idee für Weißenfels: Eine Stunde kostenloses Parken?

Weissenfels - Stadtmarketing schlägt vor, eine Stunde kostenloses Parken zu ermöglichen. Für viele gilt Weißenfelser Innenstadt als dicht.

Von Birger Zentner 05.05.2017, 07:00

„Überall ist gesperrt, wir wissen nicht, wie wir in die Stadt hineinfahren sollen und dann finden wir sicher nicht mal einen Parkplatz.“ Das sei die Denkweise vieler Weißenfelser und auch von Bewohnern der Nachbarkommunen angesichts der Baustellensituation, meint Elke Simon-Kuch aus dem Vorstand des Stadtmarketingvereins. Das schrecke viele potenzielle Kunden ab.

„Es ist für einige Händler schon nahezu existenzbedrohend, dass aufgrund der Baumaßnahmen immer weniger Kunden in die Innenstadt kommen“, sagt sie. Heiko Frischleder, ebenfalls Vorstandsmitglied, sieht das ebenso. „Uns geht es nicht darum, Baustellen zu verhindern, aber die Stadtverwaltung muss es den Menschen leichter machen“, sagt er. Die Verwaltung reagiere oft zu träge.

Ärger in Weißenfels: Sackgassenschild verschwand erst nach Wochen

Ein Beispiel dafür sei, dass wegen der Baumaßnahmen zwar die Fischgasse mit Durchfahrt zur Großen Kalandstraße und über die Straße An der Pforte zur Dammstraße wieder geöffnet wurde, aber noch lange danach ein Sackgassenschild an der Einfahrt von der Leipziger Straße her gestanden habe.

Klaus-Peter Lehmann, der mit seinem Geschäft Messer-Lehmann an der Ecke Große und Kleine Kalandstraße sein Gewerbe betreibt, habe die Stadtverwaltung darauf aufmerksam gemacht, aber es habe Wochen gedauert, ehe das Sackgassenschild verschwand. Das habe möglichen Kunden suggeriert, zu ihm sei kein Durchkommen.

Sperrung der Saalstraße macht den Weißenfelsern zu schaffen

Vor allem die Sperrung der Saalstraße macht den Weißenfelsern zu schaffen, aber auch der mittlerweile komplett aufgerissene Markt. Wer von der Großen Burgstraße oder der Klosterstraße kommt, sieht die riesige Baustelle und winkt ab.

„Dabei haben die Geschäfte dort und natürlich auch in der Jüdenstraße und den Nebenstraßen alle geöffnet, sind auch erreichbar“, sagt Simon-Kuch. Deshalb haben sich Stadtmarketing und das Wirtschaftsförderteam Biwaq etwas einfallen lassen. An den Weißenfelser Ortseingängen gibt es jetzt Transparente mit dem Hinweis auf die Läden in der Innenstadt und die Parkplätze.

Weißenfels: Kostenfreies Parken als Signal an die Innenstadtbesucher

Gerade in dem Zusammenhang könnte die Stadtverwaltung aber auch noch ein Zeichen setzen, sagt Simon-Kuch. „Wir plädieren noch einmal dafür, das Parken auf den bewirtschafteten Plätzen in der Innenstadt für die erste Stunde kostenfrei zu machen.“

Bei einem solchen Signal an die Innenstadtbesucher gehe es nicht um Geld, sondern um Psychologie. „Die Händler würden davon profitieren“, argumentiert die Geschäftsfrau. Der Nachteil von Mindereinnahmen aus Parkgebühren würde dadurch ausgeglichen, dass die Händler bessere Chancen haben, die Zeit der Bauarbeiten zu überstehen.

Parken in Weißenfels: Stadtmarketingverein in Gesprächen mit der Stadtverwaltung

Für manche ist das ja nicht der erste Tiefschlag der letzten Jahre. Die Bauarbeiten an der Promenade und in der Großen Kalandstraße, die sich über nahezu ein Jahr hinzogen, hatten sie schon gebeutelt. Man setze sich als Stadtmarketing grundsätzlich für alle Händler und Gewerbetreibenden ein, egal ob sie Mitglied im Verein seien oder nicht.

„Aber es wäre gut, wenn wir weitere Mitstreiter gewinnen könnten“, sagt Frischleder. Je mehr Mitglieder, desto stärker sei die Position des Stadtmarketingvereins in Gesprächen mit der Stadtverwaltung. Davon ist er überzeugt.

Mehr Informationen und Kontakt zum Stadtmarketingverein Weißenfels über die Internetseite: www.stadtmarketing-wfs.de (mz)