Doppelmord oder Beziehungstat?

Drama in Weißenfels: Doppelmord oder Beziehungstat? Nach der Obduktion spricht vieles für ein Eifersuchtsdrama

Weissenfels - Die Obduktion der beiden Leichen in der Lutherstraße gibt keine Hinweise auf eine Drittbeteiligung. Umso mehr spricht für Eifersuchtsdrama.

Von Alexander Kempf

Ereignete sich in der Weißenfelser Lutherstraße am Dienstagabend ein Doppelmord? Diese Vorstellung hat viele Anwohner erschauern lassen. In einer Wohnung im Dachgeschoss eines Mehrfamilienhauses sind vor drei Tagen zwei Leichen gefunden worden.

Beide starben durch Messerstiche. Nun liegen die Obduktionsergebnisse vor. Diese legen nicht nahe, dass die 37-Jährige und der 33-Jährige Opfer eines Mörders geworden sind. „Die Obduktion spricht nicht für eine Drittbeteiligung“, erklärt Oberstaatsanwalt Hans-Jürgen Neufang auf Nachfrage.

Gänzlich ausschließen lasse sich ein Verbrechen aber noch immer nicht. Erst blieben die Ergebnisse der Spurensicherung abzuwarten. Damit sei laut des Oberstaatsanwalts frühestens Anfang nächster Woche zu rechnen. Die Ermittler versuchen weiterhin zu rekonstruieren, was am Tatabend in der Wohnung der 37-Jährigen tatsächlich vorgefallen ist. Da die Wohnungstür offen stand, wurde sie zuerst von einer Hausbewohnerin entdeckt, welche den Rettungsdienst alarmierte. Der 33-Jährige soll zunächst noch gelebt haben, erlag später aber auch seinen schweren Verletzungen.

Die beiden Verstorbenen sollen in der Vergangenheit ein Paar gewesen sein, bewohnten in dem Mehrfamilienhaus aber zwei unterschiedliche Wohnungen. Beide sind nach der Tat von Mitarbeitern des Landeskriminalamtes nach Hinweisen untersucht worden und seither versiegelt. Wie ein Nachbar berichtet, hatte das Paar gute wie schlechte Zeiten. Andere sprechen von einer On-Off-Beziehung, beide sollen sich also regelmäßig getrennt und dann doch wieder zueinander gefunden haben.

Drama in Weißenfels: Kind in der Obhut des Vaters

Könnte Eifersucht ein Grund für die blutige Eskalation sein? Das müssen die Ermittler noch aufklären. In jedem Fall hinterlässt die tote 37-Jährige ein Kind, bestätigt die Staatsanwaltschaft. Das habe sich am Dienstagabend aber nicht in der Wohnung, sondern in der Obhut des Vaters befunden. In den sozialen Netzwerken reagierten am Donnerstag viele Weißenfelser geschockt auf das Drama. „Einfach nur traurig, was so alles passiert“, kommentiert eine Nutzerin den Fall via Facebook.

Schon am Mittwochmorgen hatten Anwohner bestürzt auf den Tod der beiden jungen Menschen reagiert. Beide standen mitten im Leben. Der 33-Jährige war in einem Weißenfelser Autohaus angestellt, die 37-Jährige bei der Naumburger Kreisverwaltung. Ihre direkten Arbeitskollegen dort haben ihrer bereits im Rahmen einer Gedenkminute gedacht. „Die Gedanken aller Mitarbeiter unseres Hauses sind bei der Familie der Verstorbenen, wir sichern den Hinterbliebenen in dieser schwierigen Zeit die uns mögliche Unterstützung zu“, teilt Pressesprecherin Anna-Lena Dietrich mit. (mz)