Kleine Schlossherrin

Diese Apothekerin hat Schloss Neu-Augustusburg im Vorgarten

Die Inhaberin der West-Apotheke Annett Wenzel interessiert sich für die Weißenfelser Geschichte. Im Vorgarten steht ein besonderer Blickfang.

Von Andrea Hamann-Richter
Annett Wenzel, Inhaberin der Weißenfelser West-Apotheke,  zeigt das Modell von Schloss Neu-Augustusburg in ihrem Vorgarten.
Annett Wenzel, Inhaberin der Weißenfelser West-Apotheke, zeigt das Modell von Schloss Neu-Augustusburg in ihrem Vorgarten. (Foto: Peter Lisker)

Weißenfels - „Wir wollten uns auch einfach mal wie kleine Schlossherren fühlen“, sagt Annett Wenzel aus Weißenfels und sie lacht dabei. Mit Blick in den Vorgarten der West-Apotheke ist schnell klar, was die Inhaberin meint. Dort schmiegt sich das Schloss Neu-Augustusburg von Weißenfels im Miniaturformat an verschiedene Blumen und Stauden und ist längst zum Blickfang für die Bewohner des Stadtteils, deren Besucher und vor allem für die Kunden der Apotheke geworden.

„Als wir unsere Außenanlagen im Jahr 2015 neu gestalteten, unter anderem den barrierefreien Zugang zum Geschäft errichteten, hatten wir überlegt, was wir noch für einen Blickfang schaffen können“, sagt Annett Wenzel. Den Vorschlag für das Schloss-Modell habe ihr schließlich ihr Architekt, der die Umbauarbeiten leitete, gemacht. Der Fachmann hatte Kontakte zu Künstlern in Berlin, bot an, sie zu fragen, ob sie an dem Auftrag interessiert wären und Annett Wenzel war sofort einverstanden. Sie mag den Anblick des großen Schlosses, das sich über Weißenfels erhebt, empfindet es als Wahrzeichen und wollte es daher in diesem Moment auf ihre Weise in den Stadtteil West holen.

„Unsere eigene Verbundenheit mit der Stadt zeigen“

„Wir wollten damit auch unsere eigene Verbundenheit mit der Stadt zeigen“, sagt sie. Die Frau fühlt sich sehr wohl in der Saalestadt, obwohl sie ursprünglich aus Thüringen stammt. Vor 25 Jahren aber heiratete sie nach Weißenfels und lebt und arbeitet seitdem in der Stadt. Dass sie hier mittlerweile so tief verwurzelt ist, habe sie auch ihrem wunderbaren Team zu verdanken, das mit Freude und Engagement arbeite, würdigt sie deren Leistungen.

Die Künstler machten sich also ans Werk. Als erstes fertigten sie Grundrisse des Schlosses an, sie sahen sich außerdem Luftaufnahmen des Gebäudes an, kamen nach Weißenfels und machten selbst Aufnahmen von dem imposanten Gemäuer. Des Weiteren recherchierten sie über dessen Historie und auch über den weißen Felsen, den Sandsteinfelsen, auf dem das Gebäude steht. „Die haben sich da richtig Mühe gemacht“, erinnert sich Annett Wenzel noch sehr gut. Anschließend fertigten die Künstler eine maßstabsgetreue Zeichnung an und und bauten das historische Gebäude aus Styropor nach.

Vom ersten Grundriss bis zur Fertigstellung drei Monate

Eine Firma für Formbau und Metall goss es schließlich aus Beton. Dafür sei ein sogenannter Textilbeton, also ein Glasfaser-Beton-Laminat, verwendet worden, ein wetterbeständiges Material, weil das Schloss ja dauerhaft im Freien stehen sollte, so Annett Wenzel.

Diese Arbeiten dauerten vom ersten Grundriss im Mai/Juni 2015 bis zur Fertigstellung drei Monate. Anschließend wurde das Werk in sein Fundament, das dem weißen Felsen nachempfunden war, eingelassen. Außerdem wurden noch rundherum Lampen eingebaut. Diese beleuchten das Miniatur-Gebäude, sobald es anfängt zu dämmern und Annett Wenzel freut sich, dass sie so einen kleinen Blickfang in ihren Vorgarten geholt hat. (mz)