Vom Rhein an die Saale

Das ist der neue Kommandeur des Sanitätsregiments 1 in Weißenfels

Philipp Géronne ist der neue Sanitätsoffizier in Weißenfels. Wie er seinen Auftrag sieht.

Von Andreas Richter
Philipp Géronne ist  neuer Kommandeur des Sanitätsregiments 1 in Weißenfels.
Philipp Géronne ist neuer Kommandeur des Sanitätsregiments 1 in Weißenfels. Foto: Bundeswehr

Weissenfels - Das Bild vom Deutschen Eck in Koblenz hängt schon an der Wand im neuen Büro. Das bekannte Motiv jener Stelle, an der Rhein und Mosel zusammentreffen, erinnert Philipp Géronne an seinen Lebensmittelpunkt in Rheinland-Pfalz. Denn der neue Auftrag, den der Bundeswehroffizier gerade erhalten hat, hat ihn nun an die Saale verschlagen - als Kommandeur des Sanitätsregiments 1 in der Weißenfelser Sachsen-Anhalt-Kaserne.

Gesundheitsberuf in der Familie: Vater hat ein Pflegeheim geleitet, die Mutter ist gelernte Kinderkrankenschwester

Und so teilt der 42-jährige Sanitätsoffizier weiter das Pendler-Schicksal der meisten Berufssoldaten. Ein Karrieresprung ist die Ernennung zum Kommandeur in Weißenfels allemal. Bisher war der Oberfeldarzt Chef des neu aufgestellten Sanitätsregiments 4 in Rheine (Nordrhein-Westfalen) mit rund 200 Soldaten. Nun unterstehen ihm im 400 Kilometer von seiner Heimatstadt entfernten Sanitätsregiment 1 mehr als 1.400 Frauen und Männer in Uniform. Neben dem Sitz des Stabes in Weißenfels hat das Regiment einen weiteren Standort in der Blücher-Kaserne in Berlin.

Wenn er nun sein Büro in Weißenfels einrichtet, dann werden dort auch zahlreiche Wappen früherer Einsatzorte hängen. Die Liste ist schon beachtlich lang: Vom Eintritt in die Bundeswehr 1998 über die Zeit als Assistenzarzt und Facharzt für Anästhesie am Bundeswehrkrankenhaus in Koblenz zwischen 2010 und 2014 bis hin zu vier Auslandseinsätzen in Afghanistan und im Kosovo. „Ich bin aus Überzeugung Berufssoldat“, versichert Géronne. Nach dem Abitur standen für ihn zwei Optionen im Raum: Chemie oder Medizin studieren. Schließlich wählte der junge Mann die Medizin als den richtigen Weg für sich. Geprägt wohl auch durch die Eltern: Der Vater hat ein Pflegeheim geleitet, die Mutter ist gelernte Kinderkrankenschwester.

Ausgleich vom Alltag findet der ledige Berufsoffizier beim Segelfliegen

Nun also ist Weißenfels eine Station seiner militärischen Laufbahn. Die erste Begegnung mit der Saalestadt hatte er bei einer Kommandeurstagung im Frühjahr. Die Arbeit des Regiments koordinieren, Entscheidungen treffen, führen und den Dienstablauf beaufsichtigen, so beschreibt der Sanitätsoffizier seinen Berufsalltag. Dabei ist er oft unterwegs. Im Ausbildungs- und Simulationszentrum des Regiments in Berlin etwa oder auch in Lützen, wo vor kurzem Soldaten des Regiments nach einem Corona-Ausbruch in einem Pflegeheim geholfen haben.

Seinen Ausgleich vom Alltag findet der ledige Berufsoffizier beim Segelfliegen. Seit 2006, so erzählt er, ist er Mitglied im Aeroclub in Koblenz/Winningen. Dabei hat Philipp Géronne seinen Dienst in Weißenfels vor dem Hintergrund der aktuellen Debatten um schlankere Strukturen bei der Bundeswehr angetreten. Wenn die Gesundheitsversorgung der Bundeswehr am Ende gestärkt daraus hervorgeht, dann sei das eine gute Sache, meint er. Und fügt hinzu: „Solche Reformdebatten sind immer auch eine Chance, Dinge zu verändern.“ (mz)