Bundesfreiwilligendienst

Bundesfreiwilligendienst: Fleißige Helfer bei der Stadt

Weissenfels - Mann, Frau, jung, alt - den Bundesfreiwilligendienst kann fast jeder leisten. Auch in Weißenfels gibt es die Helfer an den verschiedensten Stellen.

Von Tatina Trakis 19.01.2018, 06:00

Ein typischer Arbeitstag sieht für Mohamad Othman derzeit so aus: „Ich laufe in Weißenfels hin und her,“ sagt der 20-Jährige. Viele Termine habe er. Termine, bei denen er anderen, die nach Deutschland geflüchtet sind, hilft. Bei Behördengängen, Arztbesuchen oder Schulangelegenheiten.

Bundesfreiwilligendienst gibt es seit 2011

Der junge Mann ist selbst im Jahr 2015 von Syrien nach Deutschland gekommen. Seit September 2017 ist er Bufdi bei der Stadtverwaltung in Weißenfels. Bufdi, das ist der Kosename für Menschen, die einen Bundesfreiwilligendienst leisten. Dieser wurde im Jahr 2011 eingeführt.

Als Ersatz für den Zivildienst, der mit dem Ende der Wehrpflicht ebenfalls abgeschafft wurde. Auch in Weißenfels kann ein solcher Freiwilligendienst in den verschiedensten Einsatzorten geleistet werden. Vor allem aber im sozialen, kulturellen oder im Bereich der Umweltarbeit.

Stadt beschäftigt derzeit 15 Bufdis

Othman arbeitet im Bereich Integration. Dort gebe es sechs Bufdi-Stellen, sagt Iwona Kischel, die Othman und seine Kollegen betreut. Insgesamt sind derzeit bei der Stadt 15 Bundesfreiwillige beschäftigt. Davon vier Flüchtlinge und fünf Ausländer aus anderen EU-Staaten, schreibt Katharina Vokoun, Pressesprecherin der Stadt Weißenfels.

Anders als bei einem Freiwilligen Sozialen Jahr gibt es für den Bundesfreiwilligendienst nach oben keine Altersgrenze. So sind die Bufdis der Stadt Weißenfels auch altersmäßig bunt durchmischt. Die Spannbreite reiche von 17 bis 62 Jahre, schreibt Vokoun.

Auch der MBC bietet eine Bufdi-Stelle an

Auch im Sport kann ein Freiwilligendienst gemacht werden. Beispielsweise beim Basketball-Erstligisten MBC. Allerdings sei die Stelle derzeit nicht besetzt, so Fabian Höer, der in der Geschäftsstelle des Vereins arbeitet. Die Aufgaben der Bundesfreiwilligen lägen dabei vor allem im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit.

Deshalb sei es auch von Vorteil, wenn die Bufdis bereits eine Trainer-Lizens mitbrächten. „Falls nicht, dann kann das aber auch während des Dienstes über den Verein nachgeholt werden,“ so Höer. Im Dezember 2017 waren in Sachsen-Anhalt 2 103 Menschen als Bundesfreiwillige im Einsatz.

Arbeit wird mit 390 Euro entlohnt

So eine Statistik des Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben. Zwischen 20 und 40 Stunden arbeiten die Bufdis pro Woche. Das Taschengeld, dass sie dafür bekommen, beträgt dabei höchstens 390 Euro.

Iwona Kischel steht mit ihrem Team in einer Runde. „Ich finde, das ist nicht genug,“ sagt sie. „Ohne die Bufdis würde die Arbeit hier in der Koordinierungsstelle nicht funktionieren.“ Mit ihren Unterstützern ist sie zufrieden: „Wir sind ein eingespieltes Team.“

Für Flüchtlinge ist der Bufdi-Dienst der Einstieg in die Arbeitswelt

Othman möchte im Anschluss an den Freiwilligendienst gerne studieren. Am liebsten in Leipzig Informatik. Marlene Görtler, Referentin im Bundesfreiwilligendienst mit Flüchtlingsbezug des Jugendwerks der AWO in Sachsen-Anhalt sieht eine Chance, die sich eröffnet: „Für viele Flüchtlinge stellt ein Freiwilligendienst einen Einstieg in die deutsche Arbeitswelt dar.“ Zudem könnten beide Seiten von einer Zusammenarbeit profitieren, sagt sie. Um miteinander in Kontakt zu kommen. Und um Vorurteile abzubauen.

Wo ein Bundesfreiwilligendienst absolviert werden kann, steht auf der Internetseite www.bundesfreiwilligendienst.de. (mz)