Beliebte „Seepferdchen“

Beliebte „Seepferdchen“: Warteliste für Kinder-Schwimmerkurse

Weissenfels - Eltern müssen sich auf eine Wartezeit für ihre Kinder bis zu einem halben Jahr einrichten.

Von Andreas Richter 26.03.2019, 16:00

Seepferdchen sind in Weißenfels und Umgebung äußerst beliebt. Diesen Schluss lässt jedenfalls ein Blick ins Weißenfelser Hallenbad zu. „Unsere Schwimmkurse für Vorschulkinder sind mittlerweile fast ein Selbstläufer“, berichtet Christian Buschhardt, Meister für Bäderbetriebe und Chef in der Schwimmhalle in Weißenfels-West. Mittlerweile gibt es eine Warteliste. Eltern müssen sich auf eine Wartezeit für ihre Kinder bis zu einem halben Jahr einrichten.

Rund 500 Kinder haben Frühschwimmerabzeichen abgelegt

Seitdem die Kurse im Jahr 2015 in Weißenfels zum ersten Mal angeboten wurden, haben bis heute rund 500 Kinder das Frühschwimmerabzeichen „Seepferdchen“ abgelegt oder den Aufbaukurs für den „Seeräuber“ absolviert. Mit seinem Kursangebot ist der Sport- und Freizeitbetrieb, der auch das Hallenbad verwaltet, allerdings nun an einer Grenze angelangt.. „Wir haben insgesamt vier Kurse mit jeweils 16 Unterrichtsstunden“, erklärt Buschhardt.

Jeweils zwei Mal in der Woche finden zwischen September und Anfang Juni die Kurse statt, montags und mittwochs oder am Wochenende. Pro Kurs nehmen fünf bis sieben Kinder im Vorschulalter teil. 25-Meter-Bahn und 2,10 Meter Wassertiefe - die Bedingungen für die Kurse sind nach Einschätzung des Bademeisters in der Weißenfelser Schwimmhalle sehr gut.

Schwimmkurse während öffentlichen Badebetriebs 

„Mehr können wir jedoch trotz der großen Nachfrage nicht anbieten“, sagt Buschhardt. Zum einen sei man mit dem Personal am Limit. Insgesamt fünf Mitarbeiter des Sport- und Freizeitbetriebes sichern Badebetrieb und Schwimmkurse im Hallenbad ab. Ein zweiter Grund: Die Schwimmhalle im Stadtteil West ist ständig ausgebucht. Die Kurse finden während des öffentlichen Badebetriebs statt. „Wir müssen ausreichend Kapazitäten für den Vereinssport und das öffentliche Schwimmen freihalten“, erklärt Christian Buschhardt und verweist darauf, dass zum Beispiel die Stadt Zeitz die Saison über deutlich weniger Schwimmkurse anbietet.

Dass die Kinder frühzeitig das Schwimmen erlernen, ist ganz im Sinne von Almut Scheibert. Die Lehrerin koordiniert den Schwimmunterricht der dritten Klassen in der Region. Das sind pro Jahr immerhin rund 500 Grundschüler aus 17 Schulen. Und Almut Scheibert weiß: Etwa ein Drittel der Drittklässler kann noch nicht richtig schwimmen. „Die Voraussetzungen sind bei den Kindern sehr unterschiedlich.

Meisten schaffen das Abzeichen

Manche trauen sich ins Wasser, viele sind noch immer sehr ängstlich“, so ihre Erfahrung. Umso wichtiger sei es, dass die Kinder frühzeitig die richtige Schwimmtechnik erlernen. Dem Weißenfelser Sport- und Freizeitbetrieb bescheinigt sie in dieser Hinsicht eine gute Ausbildung.

Etwa 90 Prozent der Kinder schaffen am Ende die Anforderungen für das Frühschwimmerabzeichen, weiß Buschhardt. Dafür müssen sie vom Beckenrand ins Wasser springen und 25 Meter schwimmen können. Zudem müssen sie einen Gegenstand mit den Händen aus schultertiefem Wasser holen können. Und wer das nicht gleich schafft, kann die Prüfung problemlos wiederholen, um später mit dem „Seepferdchen“ in der Tasche in die Schule zu kommen.

Das Hallenbad ist erreichbar unter Telefon 03443/80 11 03. (mz)