Drei Jahre Sperrung

Warum Gonnabrücke in Sangerhausen so lange nicht zugänglich ist

Von Joel Stubert
Die gesperrte Gonnabrücke in Sangerhausen
Die gesperrte Gonnabrücke in Sangerhausen Foto: Berger

Sangerhausen/MZ - Die Gonnabrücke in Sangerhausen erregt die Gemüter. „Viele Anwohner aus Nord, und auch die Eltern und Kinder der anliegenden Kita, aber auch viele Friedhofsbesucher ärgern sich über die Sperrung der Brücke“, sagt MZ-Leserin Karina Berger. „Schon seit den Wintermonaten ist sie gesperrt und nichts tut sich.“ Als Fußgängerin müsse man jedes Mal einen großen Bogen bis zur Polizei vorlaufen, wenn man die Seiten überqueren wolle.

Das Problem mit der Brücke ist auch bei der Stadtverwaltung bekannt. Seit Dezember 2020 ist der Überweg über die Gonna gesperrt. Und dies dürfte noch eine Weile so bleiben, sagt Kristian Cierpka-Reisch von der Stadtverwaltung. „Die Brücke wird bis Ende 2023 gesperrt bleiben.“

Drei Jahre Sperrung für eine solch kleine Brücke? „Die Brücke wurde nach Brückenprüfplan 2020 geprüft und dabei wurde festgestellt, dass die Auflagerpunkte um 50 Prozent querschnittsgeschwächt sind und die Brücke dadurch sofort zu sperren ist, um Personenschäden entgegenzuwirken“, sagt Cierpka-Reisch. Des Weiteren habe insbesondere der zurückliegende Winter sein Übriges getan und zu einer weiteren Schwächung beigetragen.

Doch viel mehr als die Sperrung ist an der Gonnabrücke offenbar bislang nicht passiert. Denn laut Stadt werden die Planungen der Bauarbeiten derzeit erst vorbereitet. „Im Jahr 2022 wird die Planung ausgeschrieben, im Jahr 2023 soll der Beginn des Ersatzneubaus erfolgen“, so Cierpka-Reisch. Dass die Planung für den Neubau so lange dauert, hat einige Gründe. „Es handelt sich hier um ein Gewässer erster Ordnung, weswegen hier im Planungsprozess verschiedene andere Akteure einbezogen werden müssen, darunter der Landkreis Mansfeld-Südharz und das Landesamt für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft“, so Cierpka-Reisch.

„Deren Stellungnahmen beziehungsweise Auflagen haben Einfluss auf die spätere Planung der Brücke. Es werden umfangreiche Baugrunduntersuchungen durchgeführt aber auch verschiedene ökologische Gesichtspunkte geprüft.“ Hinzu komme, dass im Bereich der Brücke Leitungen von Versorgungsträgern verliefen, „woraus weitere Anforderungen an die Planung und die spätere Baufeldfreimachung resultieren“, so der Verwaltungsmitarbeiter. Deswegen dürften die Anwohner in Sangerhausen wohl noch eine Weile den langen Umweg in Richtung Polizei in Kauf nehmen müssen.