Schränke, Hausmüll und Ölradiatoren

Warum entsorgt jemand zehn Kubikmeter Müll einfach in der Natur?

Wallhausen/Grossleinungen

Es ist einer der größten Funde, die der ehrenamtliche Umweltscout Jürgen Gottlob in der Region in den vergangenen Jahren gemacht hat. In einem Wäldchen zwischen Großleinungen, Wallhausen und Pfeiffersheim hat er vor wenigen Tagen einen Riesenberg Müll gefunden. Gottlob schätzt die Menge auf etwa zehn Kubikmeter, die Unbekannte einfach so in die Natur gekippt haben. Darunter waren zwei Schränke, drei Ölradiatoren, mehrere Radios, mindestens acht Beutel mit Hausmüll, unzählige Plastikteile, alte Teppiche und Fußbodenbelag.

„Der oder die Unbekannten müssen sich große Mühe gegeben haben, den Müll dort hinzubringen“, sagt Gottlob: „Denn zumindest der Weg aus Richtung Wallhausen zu der Fundstelle ist in großen Teilen in einem katastrophalen Zustand.“ Mit seinem Auto sei er jedenfalls nicht dorthin gekommen, sondern er sei vorsichtshalber gelaufen.

Müll in der Natur: Verwaltung versucht Verursacher zu ermitteln

Gottlob hat den Fund nun der Kreisverwaltung gemeldet, die sich um die Entsorgung des illegal abgelegten Mülls kümmert. Die Untere Abfallbehörde beim Landkreis versucht nun, den Verursacher des Müllbergs ausfindig zu machen, sagt Kreissprecherin Romy Stietz. Das passiere auch, um die Gebührenzahler vor Kosten zu schützen. Erst, wenn kein Verursacher ermittelt werden könne, „kann der Abfall zu Lasten des regulären Gebührenzahlers durch den Landkreis entsorgt werden.“

Leider sei es in den wenigsten Fällen so, dass einer der Umweltsünder gerichtsfest ermittelt und dann auch belangt werden könne. Aktuell gebe es deshalb im Landkreis eine sogenannte Sammeltruppe, die nach einem erstellten Tourenplan die Müllansammlungen im Landkreis beseitigt und den Müll entsorgt. Neben dem Fund zwischen Wallhausen, Großleinungen waren in den vergangenen Tagen noch eine ganze Reihe weiterer derartiger Umweltfrevel gemeldet worden. Unter anderem hatten Leser der MZ einen ähnlichen Fund beispielsweise zwischen Oberröblingen und Niederröblingen entdeckt.

Entsorgung von illegal abgeladenem Müll verursacht hohe Kosten

Da die Sammeltruppe allerdings nur aus drei Mitarbeitern bestehe, könne die Entsorgung auch nicht immer zeitnah erfolgen, sagt die Sprecherin. Es sei denn, es handele sich um sogenannte gefährliche Abfälle, die schnell beseitigt werden müssten. „Diese werden dann umgehend entsorgt.“ Um gefährliche Abfälle zu entsorgen, mussten im vergangenen Jahr aus der Müllgebühr insgesamt 15.000 Euro aufgewendet werden. Dazu kommen nach Angaben des Landkreises noch über 600 Euro, die dafür aufgebracht werden mussten, um abgekippte Altreifen ordnungsgemäß zu entsorgen. Was die Entsorgung illegal abgekippten anderen Mülls kostete, dazu konnte der Landkreis keine Angaben machen. (mz/Frank Schedwill)