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VfB Sangerhausen zeigt beim 5:0-Erfolg gegen Romonta Amsdorf eine rundum überzeugende Leistung

Von Ralf Kandel 20.09.2021, 07:25 • Aktualisiert: 20.09.2021, 07:33
Fünf Treffer und den Derbysieg gegen Amsdorf konnte der VfB Sangerhausen bejubeln.
Fünf Treffer und den Derbysieg gegen Amsdorf konnte der VfB Sangerhausen bejubeln. Foto: Ralf Kandel

Sangerhausen/MZ - 5:0. Das Ergebnis hört sich klar an, ist es auch. Nicht ungewöhnlich, dass es am Ende eines Spiels steht, in dem der Tabellendritte auf den Vorletzten trifft. Das Überraschende daran aber ist, dass der Vorletzte den Dritten 5:0 abgefertigt hat. So geschehen am Freitagabend im Sportpark Friesenstadion. Im Kampf um Punkte in der Fußball-Verbandsliga Staffel Süd setzte sich da der gastgebende VfB Sangerhausen im Kreisderby gegen Romonta Amsdorf so klar durch und bot eine Leistung, die sie seit ewigen Zeiten nicht mehr auf den Platz gebracht hat.

„Mir fehlen die Worte. Wir haben gegen Amsdorf klar gewonnen, wir haben zu null gespielt. Wahnsinn. Es gibt eben aber Spiele, in denen nichts läuft. Und es gibt Spiele, in denen alles klappt. So eins haben wir heute erwischt“, freute sich dann am Ende auch Stefan Kuhnert, der den im Urlaub weilenden Trainer Olaf Glage als Coach vertrat.

Sein Gegenüber, also Amsdorfs Trainer Farih Kadic, ordnete die Leistung seiner Mannschaft so ein: „Wir haben keinen Fußball gespielt. In der ersten Halbzeit haben wir nicht einen einzigen Zweikampf gewonnen“, schüttelte Trainer Farih Kadic ebenso den Kopf angesichts des in den zwei Stunden zuvor Erlebten.

VfB legt energisch los

Die Sangerhäuser begannen wie die Feuerwehr. Schon nach 20 Sekunden strich ein Kopfball von Kevin Schäffner nur knapp über das Amsdorfer Gehäuse. Nach sechs Minuten scheiterte Niklas Kern an Gäste-Schlussmann Deininger. Die Amsdorfer kamen kaum zum Luftholen. Nur folgerichtig war dann die Führung des VfB. Max Hennig fasste sich ein Herz und jagte die Kugel ins Netz.

Dann kamen zwei bittere Minuten für Amsdorf. In der 17. traf Alexander Gründler freistehend nur das Gebälk des VfB-Tores. Normalerweise lässt sich der Amsdorfer Torjäger eine solche Chance nicht entgehen. Kurz darauf unterlief dem Amsdorfer Schlussmann ein grober Schnitzer, den Niklas Kern zum 2:0 nutzte. Was dann folgte, waren die besten Minuten, die der VfB Sangerhausen seit ewigen Zeiten bot. Nach einer halben Stunde hatte Philipp Glage bei einem Heber aus gut 25 Metern Pech, dass der Ball nur an der Querlatte landete. Nach 35 Minuten parierte Deininger im Amsdorfer Gehäuse einen Schuss von Bruno Weick ganz einfach Klasse. Der folgende Eckball landete bei Kevin Schäffner, der aus Nahdistanz zum 3:0 einköpfte. Die Krönung der ersten Halbzeit aus Sicht des VfB war das 4:0, das Hennig mit einem satten Distanzschuss nach 42 Minuten erzielte.

Von den Amsdorfern war da schon nicht mehr viel zu sehen. Mit den vier Gegentreffern waren sie noch gut bedient. Ein 5:0 oder gar ein 6:0 war aus Sicht der wie im Rausch spielenden Gastgeber drin.

„Jungs, das war Klasse“, verabschiedete Stadionsprecher Frank Brückner die VfB-Elf zur Pause in die Kabine. Die zweite Halbzeit war dann nur noch Formsache und ähnelte den ersten 45 Minuten. Wieder waren es die Gastgeber, die die weitaus besseren Tormöglichkeiten hatten. Aus Sicht der Amsdorfer blieb es aber bei nur noch einem Treffer, den Schäffner nach 75 Minuten erzielte. Erneut war es ein sehenswerter Schuss, der im Amsdorfer Netz landete.

Bei etwas mehr Genauigkeit und Schussglück wäre die Niederlage für Romonta noch viel deutlicher ausgefallen. Die Gäste hatten durch Alexander Gründler und Philipp Stache zwar noch zwei Chancen, aber ein echtes Aufbegehren war nicht zu erkennen.

Fans und Mannschaft feiern

Am Ende schlichen die Amsdorfer nach einer Niederlage, die so garantiert nicht zu erwarten war, vom Feld. Die Sangerhäuser Spieler, Trainer und Fans aber feierten einen Sieg, der Hoffnung auf bessere Zeiten gibt.