Widerspruch angekündidgt

Allstedter Stadtrat kippt Photovoltaik-Pläne erneut aus Flächenplan

Von Grit Pommer
Symbolbild - Photovoltaik
Symbolbild - Photovoltaik (Foto: dpa)

Allstedt/MZ - Die Aufstellung eines Sondergebiets für Photovoltaik an der Allstedter Pfennigchaussee hat der Stadtrat bereits zweimal mehrheitlich abgelehnt - das zweite Mal, nachdem Bürgermeister Jürgen Richter (CDU) gegen den ersten Beschluss Widerspruch eingelegt hatte.

In der Ratssitzung am Montagabend nun sollte der geplanten 8,8 Hektar großen Photovoltaikanlage ein weiteres Stück rechtlicher Grundlage entzogen werden. Auf einen Antrag aus der SPD-Fraktion hin sollte ein Beschluss aus dem Sommer vergangenen Jahres, mit dem der Stadtrat das Sondergebiet Photovoltaik in den Flächennutzungsplan aufgenommen hatte, wieder aufgehoben werden.

Bürgermeister Jürgen Richter kündigt erneut Widerspruch an

Sollte der Beschluss durchgehen, werde er auch dagegen Widerspruch erheben, kündigte Bürgermeister Jürgen Richter (CDU) an. Und Bauamtsleiter Aribert Lisker verwies auf den Vertrauensschutz, auf den die Investoren der PV-Anlage pochen und die Stadt möglicherweise haftbar machen könnten. Denn erst, nachdem man die PV-Fläche in den Flächennutzungsplan aufgenommen hatte, hätten die Investoren die Planungen vorangetrieben und entsprechende Kosten gehabt.

Der Stadtrat entschied sich trotzdem mit sieben zu fünf Stimmen bei zwei Enthaltungen für die Aufhebung des Beschlusses von 2020 und kippte damit die Solarfläche aus dem Flächennutzungsplan. Gegner der PV-Anlage hatten im Stadtrat auf die landschaftliche Schönheit des Geländes verwiesen, die nicht zerstört werden dürfe. Umweltschützer hatten zudem Anfang Juni das Gebiet näher untersucht und geschützte Arten gefunden. Darunter den Schwarzen Erdbock, einen Laufkäfer, dessen bundesweit bisher einzige stabile Population in Allstedt nachgewiesen wurde.