Wenig weiße Blüten

Was Obstbauer aus Querfurt zu Aprikosen, Kirschen und Äpfel sagt

Obsthof-Chef Alexander Müller muss Frostschäden bei den Aprikosen verzeichnen. Die Knospen der Kirschen und Äpfel sind wohl verschont geblieben.

Alexander Müller vom Obsthof Müller in Querfurt zeigt in seiner Obstplantage die Aprikosenbäume. Nur wenig weiße Blüten sind daran zu sehen. Foto: A. Losack

Querfurt - In diesem Jahr wird die Aprikosenernte beim Obsthof Müller in Querfurt ziemlich gering ausfallen. Da ist sich Alexander Müller, der Chef des Betriebes, beim Blick in die Plantage sicher. Dort zeigen sich jetzt nur vereinzelte weiße Blüten an den Bäumen. „In den Spitzen haben es einige überstanden“, meint er. Im unteren Bereich der Bäume überwiegen Blütenknospen, die wie verkohlt aussehen. „Die sind komplett tot.“

Der Frost hat an den Aprikosenbäumen vom Obsthof Müller die Schäden verursacht. Nicht die kalten Nächte in jüngster Zeit macht Alexander Müller dafür verantwortlich, sondern die Phase, als in der Region mehr als minus 20 Grad herrschten. „Voriges Jahr hatten wir schon große Verluste und in diesem Jahr wieder. Das ist schade“, meint der Obstbauer, der den Familienbetrieb in vierter Generation führt. Auf einem dreiviertel Hektar der insgesamt rund 15 Hektar großen Plantage hat er Aprikosenbäume angebaut. Auf einer ähnlich großen Fläche wachsen seit neuestem Zwetschgen. „Die Sauerkirschen haben wir reduziert und dafür Pflaumenbäume gepflanzt“, erzählt Alexander Müller und fügt an: „Wenn wir Glück haben, hängen dieses Jahr schon einzelne Früchte dran.“ Bis diese Bäume richtig im Ertrag sind, werde es aber drei bis fünf Jahre dauern.

„Der Fruchtansatz ist grün. Das ist schön. So wollen wir es haben.“

Überwiegend sind Apfel- und Kirschbäume in der Plantage des Obsthofes zu finden. „An denen sind die Knospen noch zu“, sagt Alexander Müller und freut sich außerdem über die große Menge, die da jetzt zu sehen ist. An einem Kirschbaum schaut er nach, wie es im Inneren einer Knospe aussieht. „Der Fruchtansatz ist grün. Das ist schön. So wollen wir es haben.“ Er sei ziemlich sicher, dass der Frost bei den Kirschen und auch den Äpfeln bisher keinen Schaden angerichtet hat. Es dauere nicht mehr lange, bis sich die Blütenpracht zeigt, blickt der Querfurter voraus. Frost könne er für die Bäume jetzt nicht mehr gebrauchen. „Die Blüte ist die wichtigste Zeit im Jahr“, sagt der Obstbauer. Das Wetter spielt da natürlich eine große Rolle.

Mit der Feuchtigkeit, die im Boden ist, ist Alexander Müller derzeit ganz zufrieden. Es sei auf alle Fälle mehr als im Vorjahr, sagt er. Es könne aber auch nicht wegdiskutiert werden, dass immer noch ein Defizit im Boden zu verzeichnen ist, ergänzt der Querfurter während er durch die Plantage fährt. An einem Kasten, der am Anfang einer Baumreihe steht, macht er halt. „Wir haben unsere Wildbienen vor ein paar Tagen wieder rausgebracht“, erzählt Alexander Müller und fügt lachend an: „Damit sie Gewehr bei Fuß stehen, wenn es losgeht.“ Rund 20?Kästen mit Wildbienen sind in der Plantage verteilt worden. Insekten nehmen eine wichtige Rolle im Obstanbau ein.

Das Obstjahr hat für den Chef des Querfurter Betriebes und seine Angestellten in der Plantage wie jedes Jahr wieder im Winter mit dem Baumschnitt begonnen. Älteres Fruchtholz wurde zurückgeschnitten. Dieses und auch das alte Laub werden nun aus den Baumstreifen entfernt. Denn sonst bestünde Potential für Pilzinfektionen, erklärt Alexander Müller. (mz/Anke Losack)