„Das Bellen der Hunde schallt hier“

Warum geplanter Standort für Hundewiese auf Gegenwehr stößt

Anwohner haben sich an den Bürgermeister gewandt. Die Suche nach einer anderen Fläche läuft.

Von Anke Losack
Hier sollte die Hundewiese in Querfurt-Süd entstehen.
Hier sollte die Hundewiese in Querfurt-Süd entstehen. (Foto: A. Losack)

Querfurt - Wer annahm, dass in Querfurt-Süd ein geeigneter Standort für eine Hundewiese gefunden worden ist, der hat sich getäuscht. Denn wie schon bei der zuerst favorisierten Fläche in der Straße Hinterm Wehr stieß nun auch der Standort am Rande des Stadtparks, auf den sich der Bauausschuss des Stadtrates und Bürgermeister Andreas Nette (parteilos) jüngst verständigt hatten, bei Anwohnern auf Gegenwehr.

„Wir sind Hundefreunde“, stellten zwei von ihnen, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen wollen, eingangs klar. Einer hatte beim Gespräch sogar seinen Hund dabei. Es ginge ihnen einzig und allein um den Standort, der ihrer Meinung nach in der Nähe zur Wohnbebauung hier einfach nicht hinpasst.

„Das Bellen der Hunde schallt hier“

Nur ein schmaler Gehweg und ein Grünstreifen würden die Hundewiese und die Gärten mehrerer angrenzender Grundstücke trennen. Ältere Leute und auch junge Familien wohnen hier. „Wir haben uns so eine schöne Oase geschaffen“, sagte der Anwohner. Dass nicht gänzlich Ruhe ist, das sei normal. Ihre Befürchtung ist aber, dass mit der Hundewiese der Krach stark zunehmen würde. Der vorgesehene Platz sei wie ein Kessel, sagt die Anwohnerin mit Blick auf das angrenzende Haus einer Firma sowie der Mauer vom Stadtpark und dem Wohnblock in der Nähe. „Das Bellen der Hunde schallt hier“, ergänzte ihr Nachbar. Wie er würden noch andere Grundstückseigentümer der Straße Hunde halten. Die hätten dann Stress, sagte er, wenn sie andere Hunde auf der Wiese bellen hören oder toben sehen. Über 50 Unterschriften gegen diesen Standort haben sie innerhalb weniger Stunden von Bürgern aus ihrer Straße und aus Nebenstraßen gesammelt.

Die Nähe der Hundewiese zu den Grundstücken sei das eine, meinten die beiden Querfurter. Noch mehr würde gegen den Standort sprechen: Der schmale Durchgangsweg zwischen dem Wohngebiet und dem Stadtpark werde häufig genutzt. „Auch von Leuten, die Angst vor Hunden haben“, sagte die Anwohnerin. Darüber hinaus bestünde die Frage des Parkens, denn nicht alle Hundebesitzer kämen zu Fuß zur Hundewiese. Diese gehöre einfach nicht in eine Wohngegend, meinten sie und ihr Nachbar. „Es gibt garantiert andere Möglichkeiten.“ Am Rückhaltebecken in Thaldorf, an der Mehrzweckhalle, am Wäldchen im Nemsdorfer Weg oder im Obhäuser Weg, zum Beispiel am Sportplatz, schlugen sie vor.

Es wird keine Hundewiese an diesem Standort in Querfurt-Süd geben

Das Anliegen der Anwohner wurde am Donnerstag bei einem Gespräch mit Bürgermeister Andreas Nette vorgebracht. Ergebnis: Es wird keine Hundewiese an diesem Standort in Querfurt-Süd geben, erklärte der Bürgermeister. Er hatte sich der Idee einer Hundebesitzerin, eine Hundewiese in der Stadt einzurichten, im Sommer vergangenen Jahres wohlwollend angenommen. Wie sich herausstellt, ist die Suche nach einem Standort allerdings sehr schwierig.

Wie Andreas Nette sagte, hat er nach dem Gespräch am Donnerstagvormittag umgehend die Initiatorin informiert. Ihr habe er jetzt einen neuen Vorschlag zu einem Grundstück gemacht, das allerdings nicht in kommunaler Hand ist. „Sie soll mit demjenigen sprechen, dem das Grundstück gehört“, sagte der Bürgermeister, der allerdings noch nicht öffentlich preisgeben wollte, wo genau sich dieses Grundstück befindet. „Wenn es diesmal funktioniert, dann sagen wir, wo die Hundewiese hinkommen wird.“ (mz)