Schwimmen lernen

So laufen die Seepferdchen-Kurse in Querfurt

Im Querfurter Stadtbad haben die Kurse vom Verein B.A.S.E begonnen. Warum Eltern empfohlen wird, schon im Vorfeld die Kinder ans Wasser zu gewöhnen.

Von Anke Losack
Auch das Reinspringen wird geübt.
Auch das Reinspringen wird geübt. (Foto: Katrin Sieler)

Querfurt/MZ - „Insgesamt 45 Kinder: Das ist schon eine Hausnummer“, sagt Olaf Tobisch, Schwimmmeister im Stadtbad Querfurt, während sich 15 Mädchen und Jungen beim ersten von drei aufeinanderfolgenden Seepferdchen-Kursen, die an diesem Nachmittag stattfinden, im Wasser des Nichtschwimmerbeckens tummeln. In den vergangenen Jahren hätten immer rund 30 Kinder am Projekt des Querfurter Vereins zur Förderung von Bildung, Arbeit und sozialem Engagement (B.A.S.E) teilgenommen. In diesem Sommer war die Nachfrage deutlich größer.

Geschlossene Bäder, abgesagter Unterricht, ausgefallene Kurse: Viele Kinder haben während der Corona-Pandemie nicht schwimmen lernen können. Der Verein B.A.S.E, der mit Unterstützung der Stadt Querfurt seit einigen Jahren Seepferdchen-Kurse im Stadtbad durchführt, spürt den Ausbildungsstau, wie dessen Vorsitzender Raik Schröder sagt. Er und auch Querfurts Schwimmmeister Tobisch berichten, dass es über hundert telefonische Anfragen in den vergangenen Monaten gab. Mit drei Kursen zu je 15 Kindern wird nun gemeinsam das Möglichste versucht, um Abhilfe zu schaffen. Die Teilnehmer, die Jahrgang 2015 und älter sind, werden fit gemacht, um am Ende die Seepferdchen-Prüfung ablegen zu können. Zehn Übungseinheiten á 60 Minuten werden durchgeführt. Im vergangenen Jahr dauerte eine noch jeweils anderthalb Stunden, sagt Schwimmlehrerin Anja Schröder. Doch sie habe festgestellt, dass vielen Kindern die Ausdauer fehle. Auch dies habe ein Stück weit mit Corona zu tun.

Spielerische Wassergewöhnung

Bis zum Kursende lernen die Kinder 25 Meter am Stück zu schwimmen, ins tiefe Wasser zu springen und einen Tauchring aus schultertiefem Wasser nach oben zu holen. In der allerersten Stunde an diesem Nachmittag wird jedoch zunächst das Können der Teilnehmer gesichtet, zum Beispiel, ob sie sich trauen, zu tauchen und vom Beckenrand ins Wasser zu springen. Außerdem gibt Schwimmlehrerin Schröder das Kommando, mal richtig mit den Händen auf das Wasser zu schlagen, damit das Nass dem Gegenüber bis ins Gesicht spritzt. Das ist spielerische Wassergewöhnung. „Daran sehen wir, ob die Kinder Angst vor Wasser haben“, erklärt sie.

Am Beckenrand festhalten und dann fleißig mit den Beinen strampeln:  Etwa mit dieser Übung werden die Kinder in der ersten Stunde vom Seepferdchen-Kurs unter Leitung von Anja Schröder spielerisch ans Wasser gewöhnt.
Am Beckenrand festhalten und dann fleißig mit den Beinen strampeln: Etwa mit dieser Übung werden die Kinder in der ersten Stunde vom Seepferdchen-Kurs unter Leitung von Anja Schröder spielerisch ans Wasser gewöhnt.
(Foto: Katrin Sieler)

Die Wassergewöhnung sollten Eltern schon in den ersten Lebensjahren ihrer Kinder vornehmen, raten die Experten. Das sei die beste Voraussetzung, um darauf das Schwimmenlernen aufbauen zu können, sagt Schwimmmeister Tobisch. Und das soll ja beim Schwimmkurs schließlich im Vordergrund stehen. In der zweiten Stunde im Querfurter Stadtbad werden die Beinbewegungen im flachen Wasser geübt. Ab der Dritten geht es für die Seepferdchen-Anwärter ins tiefe Wasser. „Da haben die Kinder dann meist nur die ersten Minuten noch Angst“, berichtet Anja Schröder. Am Ende des Kurses nehmen Schwimmmeister Olaf Tobisch und sein Kollege Steffen Jäger die Prüfungen ab.

„Unsere Schüler haben ihren regulären Schwimmunterricht“

Fast jeden Tag wollen Kinder und Jugendliche derzeit im Querfurter Stadtbad Schwimmabzeichen ablegen. Das liegt auch daran, dass hier einige Schulklassen Schwimmunterricht absolvieren. So zum Beispiel die 3. Klasse der Grundschule Barnstädt. „Unsere Schüler haben ihren regulären Schwimmunterricht. Es läuft alles nach Plan trotz Corona“, sagt Schulleiterin Konstanze Naundorf. Ziel sei es, dass alle das Seepferdchen schaffen. Das sehe auch sehr gut aus, meint sie. Manche würden schon die Schwimmabzeichen in Bronze (Freischwimmen) sowie Silber und Gold (beides Leistungsstufen) anstreben. In dieser Woche ist die Schule noch im Querfurter Freibad.

„Wir sind durch für dieses Schuljahr“, berichtet hingegen Sylke Puchowski, Leiterin der Grundschule Langeneichstädt. Nicht im Freibad, sondern in der Schwimmhalle in Merseburg hat die dritte Klasse aus dem Müchelner Ortsteil von August bis Dezember wöchentlich ihren Unterricht durchgeführt. Eigentlich wäre der noch bis zu den Ferien im Februar gelaufen. „Wir konnten aber durch Corona nicht alle Einheiten machen“, sagt Puchowski. Dennoch hätten alle Kinder das Frühschwimmerabzeichen Seepferdchen oder die Schwimmpässe erhalten.