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Gesundheitsversorgung im HarzkreisKommentar zur Standortkonzentration innerhalb des Harzklinikums: Fair, plausibel und von Experten entschieden

Wernigeröder Stadträte sorgen sich um den Klinikstandort in ihrer Stadt. Warum die Kritik nur teilweise berechtigt ist.

Von Dennis Lotzmann 26.11.2023, 17:42
Das Krankenhaus in Quedlinburg ist ein Standort des Harzklinikums.
Das Krankenhaus in Quedlinburg ist ein Standort des Harzklinikums. Dennis Lotzmann

Man kann die Sorgen der Wernigeröder Stadträte um „ihren“ Klinikstandort zumindest auf den ersten Blick verstehen. Und ja: Es sind absolut keine Zustände, wenn, wie CDU-Fraktionschef Matthias Winkelmann jüngst im Stadtrat berichtete, ein Vater mit seinem zwölfjährigen Sohn fünf Stunden in der Notaufnahme in Quedlinburg gesessen habe. Das aber ist die Konsequenz von grundsätzlichen Fehlentwicklungen im Gesundheitswesen, die zuallererst auf Bundesebene zu verantworten sind.

Letztlich müssen aber auch die Wernigeröder – Stadträte wie Einwohner – akzeptieren, dass es ihr „städtisches Krankenhaus“, wie es Stadtrat André Boks formuliert hat, schon lange nicht mehr gibt. Wernigerode ist einer von mehreren Standorten des Harzklinikums. Quedlinburg und Blankenburg sind die beiden anderen.

Dass zwischen diesen drei Standorten Doppelstrukturen zugunsten von Konzentrationen, Spezialisierungen und höheren Fallzahlen abgeschafft werden, liegt auf der Hand und ist – soweit die Standorte dabei fair behandelt werden – auch überhaupt nicht verwerflich. Die Quedlinburger mussten in der Vergangenheit die bittere Pille schlucken, Frauenklinik und Geburtsstation an Wernigerode zu verlieren. Dafür gibt’s im Gegenzug die stationäre Chirurgie und das Zentrallabor.

Das klingt unterm Strich fair und das haben sich medizinische Fachleute ausgedacht. Medizinische Laien sollten einfach mal darauf setzen und vertrauen, dass die Experten wissen, was sie tun. Kirchturmdenken ist an dieser Stelle fehl am Platze.