Harzklub-Zweigverein Bad Suderode

Harzklub-Zweigverein Bad Suderode: Der „Eichhörnchentrieb“ wird geweckt

Gernrode - Der Harzklub-Zweigverein Bad Suderode erneuert die Beschilderung an mehreren Wanderwegen. Was die Mitglieder dabei besonders ärgert.

Von Rita Kunze

Mit einem Bollerwagen, beladen mit Holzlatten, Akkuschrauber und 40 Metallschildern, geht die Gruppe um Guido Liesecke in den Wald: Die Mitglieder des Harzklub-Zweigvereins Bad Suderode wollen entlang mehrerer Wanderwege in der Nähe des Bremer Teichs die Beschilderung erneuern.

Schilder anbringen ist nur eine Minutensache

Die erste Station ist vom Parkplatz Haferfeld nur ein paar Schritte entfernt, das Anbringen von zwei Schildern Minutensache: Robert Henning und Stephan Krimmling sorgen dafür, dass sich Wanderer nun besser orientieren können.

Nicht nur, weil die Pfeile eindeutig in die richtige Richtung zeigen, sondern weil auf den Schildern auch GPS-Koordinaten verzeichnet sind. Genauer geht es nicht.

Im November habe der Zweigverein gezielt Wanderwege überprüft, danach seien die Schilder entworfen worden, sagt Liesecke.

Im Harzklub-Hauptverein werden die Koordinaten geprüft, ehe sie auf die Wegweiser gedruckt werden, die auch rund um den Bremer Teich zu finden sind.

Von den wanderlustigen Urlaubern profitieren

Die Männer vom Zweigverein opfern ihren freien Samstagvormittag, um die Orientierungshilfen aufzustellen. „Ich gehe selbst gern wandern“, erklärt Liesecke sein Engagement; seit zwei Jahren ist er Wanderwart im Verein. Und außerdem Vermieter einer Ferienwohnung.

„Jeder Vermieter müsste sich im Harzklub einbringen“, sagt er, schließlich profitieren sie von den Urlaubern, die die Natur für sich entdecken.

„Vor zehn Jahren galt Wandern noch als spießig“, sagt der Wanderwart, der einen Sinneswandel feststellt.

„Die Leute kommen aus Hamburg und Berlin her, um hier zu wandern. Man ist relativ schnell da, und die Harzer Wandernadel mit ihren Stempelstellen weckt bei den Leuten den Eichhörnchentrieb - die stempeln wie verrückt.“

Es gibt auch eine andere Sammelleidenschaft

Die Sammelleidenschaft mancher Touristen geht aber in eine ganz andere Richtung, das haben Zweigvereinsmitglied Detlef Kunze und Vorsitzender Frank Dammeier selbst erfahren.

Der eine entdeckte Schilder von Harzer Wanderwegen auf einem Flohmarkt am Brandenburger Tor in Berlin, der andere sah eins im Vorgarten eines Hauses an der Ostsee.

Dammeier ärgert sich darüber: „So ein Schild kostet zwischen 15 und 50 Euro, und wir leben nur von Spenden.“

Weiche Aluminiumnägel werden verwendet

Die Gruppe mit dem Bollerwagen ist jetzt im Wald auf der anderen Straßenseite unterwegs.

Ein großer Baum soll als Wegweiser dienen, doch bevor hier ein neues Schild angeschraubt wird, bringen die Männer eine kleine Holzleiste am Stamm an, auf der dann erst die Metallplatte montiert wird.

„Zum Schutz der Sägegatter“, erklärt Detlef Kunze. Falls der Baum einmal gefällt werden sollte, sind die weichen Aluminiumnägel im Holz kein Problem für die Maschinen.

„Wir kommen den Leuten gern entgegen, man muss ja zusammenarbeiten“, sagt Kunze.

An diesem Vormittag kontrollieren die Männer auch, ob die Pfähle, an denen Schilder angebracht sind, noch stabil in der Erde stehen.

Wackelt einer, werde er ausgetauscht. Das übernehme die Arbeitsförderungsgesellschaft, mit der der Harzklub zusammenarbeitet, sagt Frank Dammeier. (mz)