Projekt

Enthüllung statt Richtfest in Gernrodes Jacobsgarten

Wie der Bau der Mehrfamilienhäuser mit Tagespflege und Treff vorangeht und was die Evangelische Stiftung Neinstedt plant.

Von Petra Korn
In dem großen Zelt werden die beiden Mehrfamilienhäuser gebaut.
In dem großen Zelt werden die beiden Mehrfamilienhäuser gebaut. (Foto: Korn)

Gernrode - „Die Außenfassade ist geklinkert, die Fenster werden eingebaut, der Innenausbau ist im Gange“, berichtete Hans Jaekel, Vorstand der Evangelischen Stiftung Neinstedt, in der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrates Gernrode zum Stand der Arbeiten im Jacobsgarten. Hier baut die Stiftung zwei miteinander verbundene Mehrfamilienhäuser, und eine Information zum Fortgang der Arbeiten ist inzwischen fester Bestandteil der Ratssitzungen, wegen des großen Interesses in der gesamten Stadt. „Sie können sich sicher sein, dass ganz Gernrode Ihre Baustelle von morgens bis abends beobachtet“, hatte Ortsbürgermeister Manfred Kaßebaum (CDU) gegenüber Hans Jaekel versichert, als er diesem das Wort erteilte.

Vandalismus an der Baustelle: „Wir lassen uns nicht entmutigen“

Wie Hans Jaekel weiter berichtete, würden aktuell die Leitungen für Wasser, Abwasser und Elektro im Gebäude verlegt, und der Trockenbau beginne. „Wir gehen davon aus, dass wir das Gebäude im Juni/Juli 2022 beziehen können.“ Wie er hinzufügte, sei jetzt für die Arbeiten eine Reihe von Firmen aus dem mitteldeutschen Raum gebunden.

Darauf habe sich der Generalunternehmer eingelassen. Beim Bauen Stein auf Stein und dem Verklinkern sei mit europäischen Partnern zusammengearbeitet worden - „in den traditionellen Gewerben braucht man diese bei einer so großen Baustelle“, erklärte Hans Jaekel weiter. Er verhehlte nicht, dass es auf der Baustelle auch Vandalismus gebe, hier eingedrungen und mutwillig zerstört werde und bat die Gernröder um Aufmerksamkeit. „Wir lassen uns nicht entmutigen“, machte er deutlich.

Ein klassisches Richtfest werde es nicht geben; es habe keinen Sinn, ein solches unter dem großen Zelt zu feiern, unter dem der Neubau entsteht. „Wir wollen aber die Enthüllung dieser Baustelle als Alternative um Richtfest feiern“, kündigte Hans Jaekel an. Vorgesehen sei das im September.

„Wir sind intensiv dabei, die Mieter jetzt auch zu binden“

Und er hatte noch eine Nachricht für den Ortschaftsrat: „Wir sind im Augenblick gemeinsam mit Viebrock“ - dem Generalauftragnehmer - „dabei zu planen, dass wir einen zweiten Bauabschnitte umsetzen“, erklärte er. „Wir sind fest entschlossen, weiterzubauen an der Seite zum Kindergarten hin.“ Grund dafür sei das große Interesse: Für die 43 Wohnungen gebe es mehr als 120 Bewerbungen. „Wir sind intensiv dabei, die Mieter jetzt auch zu binden“, erklärte Hans Jaekel und fügte hinzu: „Es kommen Zuzüge nach Gernrode.“

Wegen des Interesses des Rates an dem Projekt wurde vereinbart, einen Vor-Ort-Termin auf der Baustelle stattfinden zu lassen. „Ich werde versuchen, das so schnell wie möglich zu organisieren“, sicherte Jaekel zu.

Mit dem aktuellen Bauprojekt der Stiftung entstehen mitten in der Stadt Gernrode neben den 43 Mietwohnungen Räume für eine Tagespflege und einen Pflegedienst, die im Erdgeschoss Platz finden werden und die die Stiftung betreiben wird. Und im Dachgeschoss, einem etwas zurückgesetzten sogenannten Staffelgeschoss, findet neben Penthouse-Wohnungen auch ein Nachbarschaftstreff seinen Platz. Die Kosten für ihr Vorhaben beziffert die Evangelische Stiftung Neinstedt auf insgesamt acht Millionen Euro. (mz)