DDR-Museum Thale

DDR-Museum Thale: Auf Zeitreise zwischen Fibel und Stern-Radio

THALE/MZ. - In den Räumen, die früher das Emaille-Forschungslabor des Betriebes beherbergten, entsteht zurzeit das "DDR-Museum Thale", welches am 1. Mai diesen Jahres offiziell eröffnet werden soll.

Von MAIKE KÖNIG

In den Räumen, die früher das Emaille-Forschungslabor des Betriebes beherbergten, entsteht zurzeit das "DDR-Museum Thale", welches am 1. Mai diesen Jahres offiziell eröffnet werden soll.

Die Besucher erwartet in dem Stockwerk dann eine Zeitreise durch 40 Jahre DDR-Geschichte. In 20 verschiedenen Themenräumen sollen Möbel und andere, für die jeweiligen Jahrzehnte typischen, Alltagsgegenstände ausgestellt werden. "Das Ganze ist wie ein Zeitstrahl konzipiert", erklärt Müller und verweist auf das Zimmer, welches sich mit den Vertriebenen des Zweiten Weltkriegs beschäftigt und den Ausgangspunkt der Ausstellung bildet. Im Raum gegenüber fehlt nur noch der passende Schreibtisch, ansonsten ist das Verhörzimmer der Staatssicherheit mit Aktenschrank und Schreibmaschine bereits fertig eingerichtet. Auch im Zimmer nebenan vermitteln der alte Fernseher und das blumengemusterte Sofa dem Betrachter schon eine Ahnung vom Stil der 70er Jahre. Doch nicht nur die Möbel und Geräte sollen den künftigen Besuchern einen Eindruck vom damaligen Leben vermitteln.

"Wir wollten uns nicht darauf beschränken, die Exponate einfach nur unkommentiert auszustellen", erklärt Müller, dem die inhaltliche Aufarbeitung der DDR-Geschichte ebenso wichtig ist. Aus diesem Grund lassen sich in jedem der künftigen Ausstellungsräume Informationstafeln finden, auf denen die geschichtlichen Hintergründe zu den jeweiligen Themenbereichen nachzulesen sind. Zunächst werden Fakten zur "großen Geschichte" geliefert, welche anschließend mit Erlebnisberichten aus der Region ergänzt werden, erklärt Frank Müller.

Im Jahr 2009 hatte er im Urlaub ein DDR-Museum besucht und sich gedacht, dass so etwas auch für Thale interessant sein könnte. "Derartige Ausstellungen verzeichnen jedes Jahr besonders hohe Besucherzahlen und hier im Bodetal wäre es mit Sicherheit eine gute Schlechtwettervariante für Touristen", erklärt er die Entstehung seiner Idee. Auch für Schulklassen sei das Museum eine gute Möglichkeit, einmal nicht nur mit dem Geschichtsbuch zu lernen. Das Haus, in dem er ein Möbelgeschäft betreibt, bietet genügend Platz für eine Ausstellung, und so machte er sich zusammen mit seinen Mitarbeitern an die Umsetzung seines Plans.

Wie groß das allgemeine Interesse an diesem Thema ist, erkennt er an den vielen alten Gegenständen, die ihm die Thalenser im Laufe des vergangenen Jahres zur Verfügung gestellt haben. "Man glaubt gar nicht, was manche Leute alles aufheben", freut er sich über die vielen Ausstellungsstücke. Die stapeln sich momentan noch in einem nicht fertig gestellten Raum, wo sie von einem Mitarbeiter katalogisiert werden. Sind alle Zimmer einmal komplett umgebaut, kommen die Fotoapparate, Radios, Telefone, Kinderwagen und Plakate an ihren neuen Platz. "Wenn wir alle Arbeiten abgeschlossen haben, hoffe ich, dass uns der Spagat zwischen Information und Unterhaltung gut gelungen ist", erklärt Frank Müller.

Für die Eröffnung des Museums sind neben dem Auftritt eines Erich-Honecker-Doubles auch eine kleine Mai-Demonstration geplant, verrät Müller. Auch zu einem Trabi-Verein habe er Kontakt aufgenommen, um die Besucher an diesem Tag stilecht in die Vergangenheit eintauchen lassen zu können. Bis es soweit ist, müssen noch einige Böden geschrubbt, Möbel aufgestellt und Exponate sortiert werden. Auch weiterhin freut sich das Museumsteam über interessante Spenden für die Ausstellung. Auch wird noch nach Personen gesucht, die ihre eigenen Erfahrungen als Erlebnisbericht zur Verfügung stellen möchten.