Bau-Geschehen in Naumburg: Rosengasse soll ansprechenderes Äußeres erhalten

Weitere Schritte voran

Während Dauerbrennern noch immer Investoren fehlen, sind andere städtische Projekte in Ausführung und Planung schon deutlich weiter.

Von Harald Boltze
Die Rosengasse, zwischen Marienstraße und Boulevard gelegen, soll im Herbst zumindest am Boden ein ansprechenderes Äußeres bekommen.
Die Rosengasse, zwischen Marienstraße und Boulevard gelegen, soll im Herbst zumindest am Boden ein ansprechenderes Äußeres bekommen. (Foto: Torsten Biel)

Naumburg - Wenn man sich im Naumburger Rathaus den aktuellen Stand diverser Bauprojekte erfragt, gibt es Dauerbrenner, die seit gefühlten Ewigkeiten auf Erfüllung warten. Diese seien hier schnell vorangestellt: Für die „Reichskrone“ gibt es weiter keinen Investor. Kapital aus China, das mal kurz als Idee herumgeisterte, kam nie an. Momentan sichert die Stadt das Dach sowie das Erdgeschoss, um Regenschäden, weiteren Vandalismus und Einbrecher fernzuhalten. Ebenfalls keinen ernsthaften Interessenten, so war zu erfahren, gibt es für die „Drei Schwäne“.

Auch eine gemeinsame Neu-Entwicklung der Hirschpassage, die sowohl in städtischer als auch in privater Hand liegt, ist nach dem geplatzten Vorhaben vor anderthalb Jahren, derzeit nicht in Sicht, heißt es. Obwohl verkauft, ist auch am „Schützenhaus“ kein Fortschritt zu erkennen. Das hänge wohl etwas mit Corona zusammen, „wir gehen aber weiter fest davon aus, dass der Investor an seinen gastronomischen Plänen festhält“, sagte Oberbürgermeister Armin Müller. Er und Bau-Fachbereichsleiterin Ute Freund konnten derweil über andere Projekte berichten.

Straßenbahndepot: Während es sich beim Ringschluss derzeit lediglich um eine - wenn auch viel diskutierte - Zukunftsmusik handelt, ist die Stadt bei der Sanierung ihres Straßenbahn-Depots schon deutlich weiter. Die Dacherneuerung sowie die Sanierung der Ost- und Südfassade sind bereits erfolgt, ebenso die Kanalarbeiten für eine ordentliche Entwässerung. Mehrfach gekröpfte Stahlträger zieren nun die Hallendecke. Allerdings entpuppten sich bei genaueren Untersuchungen die Fundamente der früheren Reithalle als unterdimensioniert. Die Außenwand zur Westseite (zum Gymnasium hin) bekommt deshalb ein Stützkorsett und neue Fundamente. Im Einsatz dafür war unter anderem eine italienische Firma, die mittels der Verpressung von Baugrund normalerweise schiefe Telegrafenmasten wieder in Form bringt.

Die  Westseite des Naumburger Straßenbahndepots ist mit neuen Fundamenten und einem „Stützkorsett“ stabilisiert worden.
Die Westseite des Naumburger Straßenbahndepots ist mit neuen Fundamenten und einem „Stützkorsett“ stabilisiert worden.
(Foto: Torsten Biel)

Sind die Betonarbeiten erledigt, folgen Naturstein- und Außenputzarbeiten, heißt es. Im kommenden Jahr will man mit allem fertig sein und dann die stolze Summe von 750.000 Euro, die zu 100 Prozent aus Fördermitteln, verbaut haben. Ein Dank der Stadtverwaltung geht an die Straßenbahn GmbH für die gute Zusammenarbeit.

Rosengasse: Um welche Straße es sich hierbei handelt, werden wohl nur wenige Naumburger wissen. Obwohl, Straße ist deutlich übertrieben. Wir reden über die extrem schmale, nicht mal 100 Meter lange Verbindung von der Marienstraße (mit Eingang rechts vom Fahrradladen) zur Jakobsstraße. 1,30 Meter breite Granitplatten und Mosaikpflaster sollen den schmuddeligen Eindruck beheben. Da zudem auch Kanalarbeiten stattfinden, ergeben sich, wie es aus dem Rathaus heißt, Kosten von etwa 110.000 Euro. Geplante Bauzeit: Mitte September bis Ende Oktober 2021.

Wenzelsgasse: Etwa eine halbe Million Euro wird die (geförderte) Sanierung der Naumburger Wenzelgasse kosten. Passieren soll sie von April bis Oktober nächsten Jahres, die Ausschreibung soll im Dezember erfolgen. Inbegriffen sein wird der Kreuzungsbereich zum Weingarten und die Verbindung bis zur Jakobsmauer. Verwenden will man Oberflächen aus Naturstein für die Fußwege (Mosaik) und für die Fahrbahn (Granit-Kleinpflaster). Die historische Gassenstruktur soll beibehalten werden.