Junger Naumburger Rennfahrer wird mit seinem Team zum Saisonauftakt Zweiter

Technik-affiner Abiturient

Motorsport: Lukas Franke rast im Rahmen der Deutschen Langstreckenmeisterschaft aufs Podest.

Von Torsten Kühl
Der Naumburger Lukas Franke (Mitte) belegte mit seinem  Team in Most den zweiten Platz.
Der Naumburger Lukas Franke (Mitte) belegte mit seinem Team in Most den zweiten Platz. (Foto: Franke)

Naumburg/Most - Mit einem sehr ordentlichen 2,0-Abitur in der Tasche und kurz nach der feierlichen Exmatrikulation am Domgymnasium hat der Naumburger Morradsportler Lukas Franke auch beim ersten Wertungslauf der diesjährigen Deutschen Langstreckenmeisterschaft eine saubere Leistung hingelegt, nach der am Ende ebenfalls eine „2“ eine wichtige Rolle spielte. Belegte der talentierte Rennfahrer doch mit dem neu gebildeten MiLuKi-Team in Most den Silberrang in der Klasse 600 Moto.

Coronabedingt hatten die drei ersten Rennen dieser Serie - auf dem Hockenheimring (im April), auf dem Lausitzring (Mai) und auf dem Nürburgring (Juni) - abgesagt werden müssen. Im tschechischen Most nun war es endlich möglich, um die ersten Punkte der Saison 2021 zu fahren.

„Direkt nach der Exmatrikulation im Naumburger Dom am Freitagabend fuhren wir los zur Rennstrecke“, berichtet Vater Fred Franke. „Am Samstag absolvierte Lukas dann mehrere Trainings-Turns, und am Abend wurde unsere Team-Box eingeräumt.“ Diese wird von den Partnerinnen der drei Fahrer, darunter Lukas’ Freundin Marlene, betreut. Sie zeigen bei den Rennen mit einer Tafel die jeweilige Runde an oder überwachen am Laptop die Wechsel sowie checken die gefahrenen Zeiten. Der Sonntag begann mit dem einstündigen Qualifikationstraining, in dem Lukas Franke der Schnellste in seinem Team war und diesem damit die zweite Startposition in der Klasse Moto 600 sicherte.

Lukas Frankes Honda CBR 600 RR (Mitte) am Rande des Rennens zur Deutschen Langstreckenmeisterschaft in Most.
Lukas Frankes Honda CBR 600 RR (Mitte) am Rande des Rennens zur Deutschen Langstreckenmeisterschaft in Most.
(Foto: Franke)

In dem Sechs-Stunden-Rennen fuhr für das MiLuKi-Team (benannt nach den Anfangsbuchstaben der Vornamen der drei Piloten) zunächst Kirill Müller. Der Baden-Württemberger übergab nach einer knappen Stunde - auf Platz zwei in der Moto-600-Klasse liegend - an den Naumburger, der auf seiner etwa 125 PS starken Honda CBR 600 RR eine gute Leistung zeigte. Nach Lukas Franke war dann Mike Krnac aus Bayern an der Reihe, der wie Müller eine Yamaha R6 fährt.

„Alle Fahrer-Wechsel klappten tadellos. Nach einem turbulenten Rennen mit mehreren Safety-Car-Phasen, einsetzendem Starkregen und einem Sturz des vor uns liegenden Teams, durch den wir wieder bis auf wenige Sekunden herankamen, fuhr dann Lukas den letzten Turn in andauerndem Regen und beendete das Rennen auf einem sicheren zweiten Platz und mit zwei Runden Vorsprung auf das drittplatzierte Team“, fasst Fred Franke den weiteren Rennverlauf in Most zusammen.

Die nächsten Punkte im Rahmen der Deutschen Langstreckenmeisterschaft werden auf dem Nürburgring (26. September) und in Oschersleben (9. Oktober) vergeben. Bis dahin wird Lukas Franke ein duales Studium bei einem großen Automobilzulieferer in Hannover beginnen - sein Berufsziel: Ingenieur für Produktionstechnik. Die Voraussetzungen, dort ebenfalls bestens abzuschneiden, stehen gut: In seinem Lieblingsfach Technik holte der Naumburger in der mündlichen Abiturprüfung die maximal möglichen 15 Punkte.